Theologe impft gegen Covid: Anklage gegen falschen Arzt

Justitia
Bildtext einblenden
Eine Darstellung der Göttin Justitia. Foto: Carsten Koall/dpa/Symbolbild Foto: dpa

Mit der Spritze in der Hand soll ein Theologe Geld gemacht haben: Nach Erkenntnissen der Ermittler soll er in Oberbayern mehrere Hundert Mal als falscher Arzt gegen Corona geimpft haben.


Traunstein (dpa) - Ein Theologe soll sich als Arzt ausgegeben und Menschen in zwei Impfzentren in Oberbayern Corona-Impfungen verabreicht haben. Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat den 50-Jährigen nun unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Urkundenfälschung und Betrugs angeklagt, wie die Anklagebehörde am Dienstag mitteilte.

Der Mann soll als falscher Arzt auch Geld erhalten haben. Für seine Tätigkeit in den Impfzentren habe er Entgelt bekommen, bestätigte ein Sprecher der Anklagebehörde. Eine Summe nannte er aber nicht.

Der Theologe habe sich mit der gefälschten Approbationsurkunde bei Impfzentren in Rosenheim und Karlsfeld (Landkreis Dachau) beworben und sei dort dann auch im Einsatz gewesen. Im Landkreis Rosenheim soll er auch bei mobilen Einsätzen in Alten- und Pflegeheimen tätig gewesen sein.

Der Mann soll im Februar und März gut 300 mal selbst die Spritze angesetzt und geimpft haben. In mehr als 1100 Fällen habe er Impfungen angeordnet, die Verabreichung des Impfstoffs aber an medizinisches Fachpersonal delegiert. Anhaltspunkte für gesundheitliche Komplikationen bei den Geimpften gebe es bisher nicht. Es bestehe aber der Verdacht auf Körperverletzung, da er die Patienten getäuscht und ihre Einwilligung zur Impfung durch Täuschung erschlichen habe.

Der Angeklagte schweigt den Angaben zufolge bisher zu den Vorwürfen. Nur die Fälschung der Approbationsurkunde als Arzt habe er bei einer Sachverständigen eingeräumt. Die übrigen Vorwürfe stützen sich auf Aussagen von Zeugen und sichergestellte Dateien. Bei einer Verurteilung könnte ihm eine Haftstrafe drohen.

© dpa-infocom, dpa:211123-99-106767/3


Mehr aus Bayern und der Region