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Staatsregierung will Landwirten in Bayern den Rücken stärken

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Michaela Kaniber
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Michaela Kaniber (CSU), Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Foto: Peter Kneffel/dpa Foto: dpa

Das Volksbegehren und das Gesetzespaket für mehr Artenschutz hatte für viel Ärger und Verunsicherung unter den Bauern im Freistaat gesorgt. Nun will die Staatsregierung alle Seiten ein Stück versöhnen - und dabei Stadtbevölkerung und Landwirtschaft einander näherbringen.


München (dpa/lby) - Mit einer großangelegten Imagekampagne und einem massiven Einsatz für regionale Lebensmittel will die Staatsregierung der Landwirtschaft in Bayern demonstrativ den Rücken stärken. Damit reagieren CSU und Freie Wähler auch auf manche Verwerfungen zwischen Regierung und Landwirten wegen des Gesetzespakets für mehr Artenschutz, das in diesem Jahr für viel Ärger und Verunsicherung in der Landwirtschaft gesorgt hatte. Man wolle Stadt und Land wieder zusammenbringen, sagte Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in München.

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Die Image- und Informationskampagne soll vor allem die Menschen in den Städten für die Belange und die Sorgen der Landwirte und bäuerlichen Familien sensibilisieren. Geplant sind nach den Worten Kanibers beispielsweise eine provokante Plakatkampagne, vor allem aber möglichst viele Begegnungen zwischen Landwirten und Verbrauchern: In München soll es einen neuen Schaubauernhof innerhalb der Stadtgrenzen geben. Die Fläche dafür werde noch gesucht, sagte Kaniber, diese solle aber »mitten in München« liegen. Außerdem soll das Programm »Erlebnis Bauernhof« in den bayerischen Schulen ebenso ausgeweitet werden wie das Programm »Urlaub auf dem Bauernhof«.

Zudem will die Staatsregierung noch mehr als bisher für regionale Lebensmittel werben. In Supermärkten könne es beispielsweise ein »Bayern-Regal« geben, sagte Kaniber. Geplant sind zudem mehr Bauernmärkte, mehr Verkaufsautomaten mit regionalen Produkten oder auch mehr Regionalität in Kantinen. Konkret sollen Kantinen demnach dabei unterstützt werden, das Ziel eines 50-Prozent-Anteils an regionalen und/oder ökologischen Lebensmitteln zu erreichen.

Kaniber erklärte, in der Diskussion um das Artenschutz-Gesetzespaket hätten viele Landwirte den Eindruck gehabt, sie würden in der Bevölkerung nur noch als »Bodenvergifter, Tierquäler oder Subventionseinstreicher« angesehen. Dieses Bild sei »einfach nicht real«, betonte sie und verwies darauf, dass viele Landwirte sich schon sehr lange und engagiert für mehr Artenschutz einsetzten. Kaniber räumte aber auch ein, dass manche Punkte im Artenschutz-Gesetzespaket die Landwirte umtrieben. Deshalb sei der aktuelle Kabinettsbeschluss auch eine »vertrauensbildende Maßnahme, dass die Bauernschaft sieht, dass wir hinter ihnen stehen«.