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SPD kritisiert Umgang mit Schlachthof-Arbeitern

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Melanie Huml (CSU) spricht in ein Mikrofon
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Melanie Huml (CSU) spricht in ein Mikrofon. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild Foto: dpa

München/Straubing (dpa/lby) - Nach einer Häufung von Corona-Infektionen unter Schlachterei-Mitarbeitern im Raum Straubing hat die bayerische SPD schwere Vorwürfe gegen die Landesregierung erhoben. Die Staatsregierung räume zwar in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage von SPD-Landtagsabgeordneten ein, dass die Unterbringung von Schlachthof-Arbeitern in Gemeinschaftsunterkünften das Risiko einer Ansteckung erhöhe. Sie tue aber nichts zur Abhilfe, bemängelten die niederbayerische SPD-Abgeordnete Ruth Müller und der Münchner SPD-Verbraucherschützer Florian von Brunn am Montag.


In der Regierungsantwort auf die Anfrage heißt es: »Hinweise auf besondere Auffälligkeiten oder unhaltbare Arbeitsbedingungen in den angefragten Branchen ergaben sich bislang nicht.« Die Regierung wolle nur zusätzliche Tests durchführen. »Das kommt mir vor wie ein Baustellenbetreiber, der, statt die Baugrube abzusichern, nur zählt, wie viele Menschen hineingestürzt sind«, kommentierte Müller. »Das Ministerium weigert sich, die Bekämpfung der Corona-Hotspots in Schlachthöfen zentral in die Hand zu nehmen«, erklärte die SPD-Politikerin mit Blick auf das von Melanie Huml (CSU) geführte Gesundheitsministerium.

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Die SPD-Politiker forderten das Gesundheitsministerium auf, die Gesamtverantwortung in der Corona-Krise zu übernehmen und nicht mehr die Verantwortung an untergeordnete Behörden abzugeben. Zudem müssten Schlachthof-Mitarbeiter ordentliche Arbeitsverträge bekommen, nicht mehr nur Werkverträge. Unabhängige Inspektoren sollten in den Schlachthöfen nach dem Rechten sehen.

In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass mindestens 77 Mitarbeiter eines Schlachthofes in Bogen bei Straubing positiv auf das Corona-Virus getestet wurden. Die Stadt Straubing und der Kreis Bogen-Straubing rissen daraufhin am Wochenende die Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Ansonsten liegt bundesweit nur noch der Landkreis Coburg über der Grenze - mit laut Robert Koch-Institut 66,7 Neuerkrankungen als Spitzenreiter in Deutschland.

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