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Sohn zum Vatermord angestiftet? Frau bestreitet Vorwürfe

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Frau, die Mord angeregt haben soll
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Die wegen versuchten Mordes Angeklagte sitzt vor Prozessbeginn im Gerichtssaal. Foto: Sina Schuldt Foto: dpa

Eine Frau soll vor elf Jahren ihren damals strafunmündigen Sohn zum Mord am eigenen Vater angestiftet haben. Der Mann wurde bei dem Angriff mit einer Hantel nur leicht verletzt. Vor Gericht hält die gesamte Familie zusammen und bestreitet den Vorfall.


München (dpa/lby) - Hat ein Bub vor elf Jahren versucht, seinen Vater beim Abendessen hinterrücks mit einer Hantel zu erschlagen - angestiftet von der eigenen Mutter? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Münchner Landgericht II seit Dienstag. Für die Familie ist die Antwort eindeutig: Nein!

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Zum Prozessauftakt bestritt die mittlerweile 50 Jahre alte dreifache Mutter die Vorwürfe und ließ über ihren Anwalt erklären: »Ich habe niemals geplant, dass mein Sohn meinen Mann umbringt. Die damalige Aussage meines Sohnes ist ein Produkt seiner Fantasie«. Auch der inzwischen 23 Jahre alte Sohn widerrief vor Gericht seine Aussage, ebenso der Ehemann. Beide, sowie die weiteren zwei gemeinsamen Kinder, machten anschließend vom Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, im Jahr 2008 den damals strafunmündigen Sohn überredet zu haben, den Vater beim Abendessen zu töten. Das vermeintliche Motiv: Die Frau wollte die Trennung, konnte sich diese aber nicht leisten. Der Mann, der als Polizist arbeitet, wurde bei dem Angriff nur leicht verletzt. Ins Rollen kam der Fall nach Angaben eines Verteidigers, weil der Chef des Opfers von dem Vorfall Jahre später Wind bekam.

Außer dem kurzen Statement schwieg die Angeklagte im Saal zu den Vorwürfen. Einblick in das Familienleben gab ein Gutachter, der die 50-Jährige im Jahr 2016 zwei Mal traf und von dem Treffen berichtete: Damals erzählte sie ihm unter anderem, dass ihre Ehe immer wieder in Schwierigkeiten steckte, sie zwei Affären hatte - eine davon über mehrere Jahre. Grund für die damaligen Eheprobleme seien unter anderem die Kinder gewesen. Vor allem die Buben seien teilweise extrem rebellisch gewesen und hätten den Vater abgelehnt - dieser habe sich zum Kontrollfreak entwickelt, täglich habe es Streit gegeben. Auch die Scheidung habe im Raum gestanden, letztendlich hätten sie sich aber immer wieder versöhnt. Der angebliche Vorfall selbst kam dabei nicht zur Sprache.

Das Ehepaar lebt nach Aussage der Frau mittlerweile wieder glücklich zusammen. Die erwachsenen Kinder sind ausgezogen. Das Urteil in dem Prozess soll am 24. Mai fallen.