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Söders »Öffnungsmatrix«: Wo mehr geht, geht sehr viel mehr

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU)
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Markus Söder (CSU), Bayerns Ministerpräsident. Foto: Peter Kneffel/dpa Foto: dpa

Die Schere bei den Corona-Werten in Bayern geht weit auseinander. Ministerpräsident Söder stellt Lockerungen mit einer »Öffnungsmatrix« in Aussicht. Hoffnung macht ihm die Entwicklung an besonders wichtigen Orten.


München (dpa/lby) - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rechnet damit, dass bis März die Bewohner von Altenheimen gegen Corona geimpft sind. »Wir sind mit dem Impfen in Alten- und Pflegeheimen weitgehend durch«, sagte er am Samstag bei einer Online-Veranstaltung der Christlich-Sozialen Arbeitnehmer (CSA). Er schätze, dass bis März die Zweitimpfungen »komplett abgeschlossen« seien. »Dann wird es auch in der Frage der Gefährdung (durch) Corona eine deutliche Verbesserung bringen.«

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Er wolle angesichts sinkender Infektionszahlen in Bayern auch über Öffnungsperspektiven reden. »Die Kurven entwickeln sich jetzt runter«, sagte Söder. »Aber die Wahrheit ist, dass (...) der Trend in Deutschland nicht mehr so stark runter geht wie letzte Woche.« Mancherorts gingen die Zahlen sogar leicht hoch. Eine »Öffnungsmatrix« stelle er sich je nach Infektionslage vor Ort so vor: »Wo mehr geht, geht sehr viel mehr. Dort, wo wir skeptisch sein müssen, geht deutlich weniger.«

Mehr als die Hälfte der Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern hat mittlerweile den Inzidenzwert von 50 unterschritten. 51 der 96 Kreise und Städte verzeichnen nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstag weniger als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche. Davon liegen 27 unter der 35er-Marke.

Allerdings geht die Schere nach oben sehr weit auf: Mit den Landkreisen Tirschenreuth (345) und Wunsiedel (313) an der tschechischen Grenze liegen die deutschlandweiten Spitzenreiter bei den Inzidenzzahlen in Bayern. Den niedrigsten Wert verzeichnet laut RKI derzeit Schweinfurt mit einem Wert von 11.

Die Zahl 50 ist für das Management der Pandemie von Bedeutung. Bei einem niedrigeren Wert ist davon auszugehen, dass die Pandemiebekämpfung noch unter Kontrolle ist. Bundes- und Staatsregierung haben deutlich gemacht, dass weitere Lockerungsschritte über das vorsichtige Öffnen von Schulen hinaus erst erfolgen sollen, wenn eine Sieben-Tage-Inzidenz von 35 erreicht ist. Je niedriger die Werte in vielen Orten allerdings sinken, desto lauter wird der Ruf nach Lockerungen.

Die FDP kritisierte Söders Impfversprechen in Heimen. »Was wie eine Erfolgsmeldung durch Herrn Söder klingen soll ist das nächste gebrochene Versprechen von Bundesgesundheitsminister (Jens) Spahn«, sagte der Vizechef der FDP-Bundestagsfraktion Michael Theurer. Spahn habe zugesagt, dass im Laufe des Januars bereits alle Pflegeheim-Bewohner in den Ländern geimpft sein würden, so Theurer.

© dpa-infocom, dpa:210221-99-529206/2

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