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Söder strikt gegen weitere Lockerung von Corona-Maßnahmen

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Markus Söder schaut in die Runde
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Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, nimmt an einer Pressekonferenz teil. Foto: Peter Kneffel/dpa Foto: dpa

Berlin (dpa) - CSU-Chef Markus Söder hat sich angesichts der steigenden Zahl an Neuinfektionen gegen weitere Lockerungen von Corona-Auflagen ausgesprochen. »Wir müssen damit rechnen, dass Corona mit voller Wucht wieder auf uns zukommt«, sagte der bayerische Ministerpräsident der »Bild am Sonntag«. »Wenn wir nicht aufpassen, kann bei uns wieder eine Situation wie im März entstehen.« Gefragt sei absolute Wachsamkeit. »Das Virus bleibt eine Daueraufgabe, die uns permanent unter Stress setzt.«


Viele Menschen seien im Umgang mit dem Virus leider leichtsinniger geworden, so Söder weiter. »Dazu gehören auch die extremen Lockerer und Verschwörungstheoretiker, die alle Maßnahmen schnellstens aufheben wollten.« Jeder, der das Coronavirus unterschätze, sei widerlegt worden. Die zweite Welle sei praktisch doch schon da: »Sie schleicht durch Deutschland.« Es gelte daher, noch aufmerksamer zu sein und rasch und konsequent zu reagieren.

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Vor diesem Hintergrund lehnte Söder auch Fußballspiele mit Zuschauern zum Start der neuen Saison ab: »Ich bezweifle, dass wir im August weitere Lockerungen beschließen können. Daher bin ich auch als Fußballfan sehr skeptisch zum Start der Bundesliga. Geisterspiele ja, aber Stadien mit 25 000 Zuschauern halte ich für sehr schwer vorstellbar.« Das wäre das falsche Signal und auch der Bevölkerung schwer zu vermitteln, wenn man dafür Unmengen von Testkapazitäten aufbrauchen würde.

Söder plädierte zugleich dafür, im Herbst ein weiteres Rettungspaket für die Automobilzulieferer, die Luft- und Raumfahrt sowie den Maschinenbau schnüren. Zudem sollten die Regelungen zum Kurzarbeitergeld aus seiner Sicht bis weit ins nächste Jahr »solange es notwendig ist« verlängert werden. »Ich befürchte, es kommen noch schwierige Zeiten auf uns zu«, sagte Söder am Sonntag im ARD-Sommerinterview. Zwar befürchte er derzeit keine Welle von Arbeitslosen wie etwa in den USA, es müsse aber allen klar sein, dass Kurzarbeit nur eine Vorstufe sei. »Ich bin nicht zu pessimistisch, aber ich bin ehrlich gesagt auch keiner, der den Optimismus herbeigeredet.«

Gerade das unvernünftige Verhalten im privaten Alltag könne noch gravierende Auswirkungen auf die Wirtschaft haben, denn die Ansteckungen würden ja meist nicht in den Betrieben erfolgen, sondern bei großen Ansammlungen und Festen, wo die Vorsicht nachlasse. »Aber einige wenige Unvernünftige können viel kaputtmachen. Darum müssen wir uns noch mehr kümmern. Uns sollten wir wirklich noch besser überzeugen«, sagte Söder.


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