Siedlungsspuren aus der Zeit vor Gründung Münchens entdeckt

München (dpa/lby) - Archäologen haben in München Siedlungsspuren aus der Zeit vor der offiziellen Gründung der Stadt entdeckt. Es sei ein »neuer historischer Siedlungskern« in der bayerischen Landeshauptstadt gefunden worden, teilte das Landesamt für Denkmalpflege am Dienstag mit. Die archäologischen Funde aus dem Bereich der Hochbrückenstraße stammen bereits aus dem vergangenen Jahr, wurden aber nun erst veröffentlicht.


Als Jahr der Stadtgründung wird in München 1158 angenommen, da aus diesem Jahr die früheste urkundliche Erwähnung stammt. »Die nun gefundenen Reste von Holzbauten, Ofenanlagen und Keramik aber lassen sich nach ersten Auswertungen bereits in das 11. beziehungsweise frühe 12. Jahrhundert datieren«, sagen die Denkmalschützer. Die Funde datieren also mindestens etwa sechs Jahrzehnte vor dem Gründungsdatum.

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Das Landesamt deutet an, dass nun eventuell die Münchner Stadtgeschichte umgeschrieben werden müsse. »Niemand hat bisher vermutet, dass sich auf einem Gebiet außerhalb der später gebauten Stadtmauern bereits so früh öffentliches Leben abspielte«, sagte Bayerns Generalkonservator Mathias Pfeil.

Das bereits vor 1158 im Gebiet des heutigen München Menschen lebten, ist allerdings bereits länger bekannt. »Der tatsächliche Ursprung der Münchner Geschichte liegt in einer im Jahr 782 getätigten Schenkung an das Kloster Schäftlarn«, heißt es in einer Chronik, die das Münchner Stadtarchiv im Internet veröffentlichte.

© dpa-infocom, dpa:210720-99-449739/2

Mitteilung Landesamt

Chronik der Stadt München


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