Scholz findet Bafin-Maßnahme im Nachhinein fragwürdig

Untersuchungsausschuss zum Wirecard Bilanzskandal - Scholz
Bildtext einblenden
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) kommt zur Sitzung des Untersuchungsausschusses. Foto: Kay Nietfeld/dpa-POOL/dpa Foto: dpa

Berlin (dpa) - Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hält eine umstrittene Maßnahme der Finanzaufsicht Bafin im Wirecard-Skandal im Nachhinein für fragwürdig. Inzwischen sei bekannt, dass Informationen der Staatsanwaltschaft nicht tragfähig seien, die beim Leerverkaufsverbot eine wichtige Rolle spielten, sagte der Vizekanzler am Donnerstag im Untersuchungsausschuss des Bundestags. Damit falle die Begründung für die Maßnahme in sich zusammen.


Die Finanzaufsicht Bafin hatte Anlegern zeitweise Spekulationen auf fallende Kurse von Wirecard verboten. Bei vielen Aktionären nährte das die Annahme, bei dem Skandalkonzern sei trotz kritischer Medienberichte alles in Ordnung und Wirecard nur Opfer einer gezielten Attacke.

Anzeige

Die Bafin hatte ihr Verbot unter anderem auf Angaben der Münchner Staatsanwaltschaft gestützt. Diese glaubte den Anwälten von Wirecard, dass das Unternehmen erpresst werde. Im Finanzministerium war das verschiedenen Zeugen zufolge nicht bekannt. Auf Basis der damals verfügbaren Informationen habe sich das Ministerium richtig verhalten, sagte Scholz.

© dpa-infocom, dpa:210422-99-312599/2


Mehr aus Bayern und der Region
Einstellungen