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Prozess um totes Jesiden-Mädchen: Mutter setzt Aussage fort

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Justitia und Akten
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Justitia mit Holzhammer und Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/Archivbild Foto: dpa

München (dpa/lby) - Im Prozess um ein verdurstetes jesidisches Sklavenmädchen hat die mutmaßliche Mutter des Kindes noch einmal den Tag geschildert, an dem ihre Tochter gestorben sein soll. Sie habe vergeblich versucht, der Fünfjährigen Wasser zu geben. »Ihre Zähne waren zugebissen. Ich konnte ihren Mund nicht aufmachen. Sie war ja schon tot«, sagte sie am Donnerstag am Oberlandesgericht München.


Angeklagt ist die 28 Jahre alte Deutsche Jennifer W., die sich der Terrormiliz Islamischer Staat im Irak angeschlossen haben soll. Sie steht wegen Kriegsverbrechen und Mordes durch Unterlassen vor Gericht, weil sie dabei zugesehen haben soll, wie ihr irakischer Ehemann das Kind im Jahr 2015 bei praller Sonne und großer Hitze im Hof an einem Fenstergitter festband und verdursten ließ.

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Als das IS-Paar bemerkt habe, dass die Kleine sich nicht mehr bewegte, habe die Frau Wasser geholt, sagte die Jesidin, die als wichtigste Zeugin in dem Prozess gilt. Aber es sei zu spät gewesen. Der Mann sei dann mit dem Kind in ein Krankenhaus gefahren. Sie habe ihre Tochter nicht begleiten dürfen. Die Angeklagte sei weinend in ihr Zimmer verschwunden, der Mann eine Woche lang nicht nach Hause zurückgekehrt. Als sie selbst einmal nicht habe aufhören können, um ihr totes Kind zu weinen, habe die Angeklagte ihr eine Pistole an den Kopf gehalten und aufgefordert, mit dem Weinen aufzuhören.