Prozess gegen mutmaßliche Rechtsterroristin

Justitia
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Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Christoph Soeder/dpa Foto: dpa

München (dpa/lby) - Sie soll Kommunalpolitiker und einen Moscheeverein ausgespäht und Todesdrohungen verschickt haben: Im Prozess gegen eine mutmaßliche Rechtsterroristin aus Franken fordert die Bundesanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Das teilte das Gericht am Donnerstag nach dem Schlussplädoyer mit. Die Anwälte der beiden Lokalpolitiker, die sie bedroht haben soll und die als Nebenkläger in dem Verfahren auftreten, forderten acht Jahre.


Die Frau soll einen Brandanschlag auf Amtsträger oder Muslime vorbereitet haben und ist wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt.

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Den Ermittlern zufolge verschickte sie »Grußkarten« mit zum Teil echter Munition. Eine Gutscheinkarte mit einem Schweinchen vorne drauf war an die türkisch-islamische Gemeinde in Röthenbach adressiert.

Diese Karten hat sie laut Generalbundesanwalt »getragen von ihrer staats- und fremdenfeindlichen Haltung« geschrieben. Einem bayerischen Landrat soll sie eine Karte mit einem Drohszenario geschickt haben, das an die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke erinnert: Auf einer Beileidskarte, die an die Privatadresse des Landrats ging, hieß es laut Ermittlern: »Juden- und Ausländerfreund - erschossen auf der Terrasse« und »Wir kriegen euch alle!«

Die Plädoyers der Verteidigung sind für diesen Freitag geplant. Das Urteil soll dann am Freitag kommender Woche fallen.

© dpa-infocom, dpa:210722-99-482230/2

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