Proteste gegen Brenner-Nordzulauf: »Lärmwelle«

Seit zehn Tagen steht fest, wo der umstrittene Brenner-Nordzulauf im bayerischen Inntal gebaut werden soll. Es ist die aufwendigste Variante für die Streckenführung, mehr als die Hälfte der Strecke soll im Tunnel laufen. Dennoch bleibt der Protest laut.


Rosenheim (dpa/lby) - Der Widerstand gegen neue Gleise im bayerischen Inntal geht weiter. Mit lautstarkem Protest entlang des kürzlich vorgestellten Trassenverlaufs wollen Anwohner und Bürgerinitiativen am heutigen Nachmittag (14.00 Uhr) ihre Ablehnung deutlich machen.

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Ab 15.00 Uhr soll als Vorgeschmack auf die Güterzüge alle fünf Minuten eine "Lärmwelle" mit 230 Stundenkilometern entlang der geplanten Trasse von Ostermünchen nach Oberaudorf ertönen. »Ob Sirenen, Töpfe, Trillerpfeifen, Trompeten, Kuhglocken - alles was lärmt ist willkommen«, heißt es in der Einladung der Bürgerinitiativen.

Die Aktion aller 18 Bürgerinitiativen im Inntal steht unter dem Motto »Wir ziehen an einem Strang«. Bereits am Mittag gegen 13.00 Uhr starten Teilnehmer aus nun nicht mehr direkt von dem Trassenverlauf betroffenen Orten in einem Traktor- und Auto-Korso zu Orten entlang des nun festgelegten Gleisverlaufs.

Vor zehn Tagen hatte die Deutsche Bahn mitgeteilt, dass die neuen Gleise des sogenannten Brenner-Nordzulaufs östlich von Rosenheim und Inn verlaufen sollen. Es ist mit 60 Prozent Tunnel-Anteil auf 54 Kilometern die aufwendigste der zuletzt vier Varianten.

Bürgerinitiativen lehnen einen Neubau dennoch weiter ab. Sie verlangen eine Modernisierung und einen Ausbau der bestehenden Gleise. Es gebe keinen nachgewiesenen Bedarf für den Neubau.

© dpa-infocom, dpa:210423-99-328711/2

Infos zu Brenner-Nordzulauf

Projektgesellschaft Brenner Basistunnel BBT SE

Bürgerinitiative Brennerdialog

Bürgerforum Inntal

Infos zum Planungsablauf


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