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Politik und Gewerkschaft kämpfen für Continental-Werk

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Hubert Aiwanger (Freie Wähler)
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Hubert Aiwanger (Freie Wähler) schaut konzentriert. Foto: Sebastian Kahnert/zb/dpa Foto: dpa

Continental will 2024 sein Werk in Roding bei Cham mit 540 Mitarbeitern schließen. Aus Belegschaft, Gewerkschaft und Politik kommt Widerstand und scharfe Kritik.


Roding/München (dpa/lby) - Im Kampf gegen die Schließung des Rodinger Continental-Werks bekommen die 540 Mitarbeiter Unterstützung von Gewerkschaft und Politik. »Wir akzeptieren die geplante Werksschließung nicht«, sagte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Mittwoch in München. Von der IG Metall kam die Forderung, das Werk von Komponenten für Verbrennungsmotoren auf Elektromobilität umzustellen. Continental will die Produktion in Roding 2024 schließen. Dabei sollen 320 Arbeitsplätze wegfallen und 220 verlagert werden.

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Aiwanger kritisierte: »Conti hat Unterstützung des Freistaats Bayern erhalten und will sich nun aus dem Staub machen und die Mitarbeiter vor die Tür setzen. Das ist unanständig.« Roding habe »anpassungsfähige, gut ausgebildete Mitarbeiter«, mit denen zukunftsfähige Produkte hergestellt werden könnten. »Wir pochen darauf, diese Arbeitsplätze und den Standort Roding zu erhalten, sonst beschädigt Continental auch sein bisher gutes Verhältnis zum Freistaat Bayern.«

Die zweite Bevollmächtigte der IG Metall Regensburg, Olga Redda, betonte: »Wir haben fast fünf Jahre Zeit, eine Alternative für die Fertigung zu finden.« In Roding sei alles vorhanden, um statt Komponenten für Verbrennungsmotoren solche für die Elektromobilität herzustellen, sagte Redda. Der Standort könne zu einem »Musterbeispiel« werden, wie Continental mit dem Wandel der Fahrzeugtechnologie umgehe.

Die örtliche Landtagsabgeordnete Marianne Schieder (SPD) griff Continental scharf an: Erst seien die Mitarbeiter »monatelang hingehalten« worden, nun stelle der Konzern sie vor vollendete Tatsachen, schreibt sie in einem offenen Brief an die Rodinger Betriebsratsvorsitzende Claudia Hecht. »Das ist ein falsches Spiel und zutiefst entwürdigend!«

Auch der Rodinger Bürgermeister, Franz Reichold, kritisierte die Schließung und betonte: »Die Fachleute im Werk können auch Elektromobilität.« Kommende Woche soll es der IG Metall zufolge weitere Gespräche im Wirtschaftsministerium in München geben. Dann will die Gewerkschaft auch in Roding zu Protesten aufrufen.

Continental hatte bereits vergangene Woche ein Umbauprogramm für den Konzern angekündigt, von dem nicht nur Roding betroffen sein wird. Weltweit dürften es bis 2023 rund 15 000 Jobs sein, davon 5000 in Deutschland, hatte der Dax-Konzern mitgeteilt.

Blattl Sonntag Traunstein