Plädoyers im Mordprozess um getötete Jugendliche erwartet

Statue der Justitia
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Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild Foto: dpa

Aschaffenburg (dpa/lby) - Fast vier Jahre nach dem Tod eines Flüchtlingsmädchens bei Aschaffenburg sollen heute die Plädoyers im Prozess gegen den angeklagten Vater gehalten werden. Der Syrer muss sich seit Anfang März wegen Mordes vor dem Landgericht Aschaffenburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht laut Anklage davon aus, dass der 46-Jährige seine Tochter im Mai 2017 getötet hat oder töten ließ.


Der nach eigenen Angaben konservativ eingestellte Mann soll sich nicht mit der weltoffenen Lebensweise seiner Tochter in Deutschland abgefunden haben. Mit dem Tod der 19-Jährigen wollte er nach Worten des Anklägers vermeintlich seine Ehre wieder herstellen. Der Verdächtige hat sich vor der Kammer bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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Für die Schuld des Angeklagten gibt es keine eindeutigen Beweise. Die Todesursache ist unklar. Die Leiche war erst im Dezember 2018 in einem Betonschacht in einem Wald entdeckt worden - ganz in der Nähe hatte der 46-Jährige zuvor gelebt.

Der Syrer ist auch des Mordversuchs und der gefährlichen Körperverletzung am damaligen Freund seiner Tochter angeklagt. Für Donnerstag ist das Urteil geplant.

© dpa-infocom, dpa:210420-99-281353/2

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