Organisationen gegen Einschränkungen von Freizeitangeboten

München (dpa/lby) - Der SOS-Kinderdorfverein und das Bayerische Jugendherbergswerk fordern auch in der aktuellen Pandemie-Welle, Kindern und Jugendlichen außerschulische Freizeitaktivitäten und Klassenfahrten zu ermöglichen. Angebote etwa in Jugendtreffs oder auch Nachhilfe verbesserten die Chancengerechtigkeit und ermöglichten benachteiligten Kindern bessere Bildungs- und Teilhabechancen, argumentierte der SOS-Kinderdorfverein am Mittwoch in München. Das Jugendherbergswerk kritisierte parallel die Empfehlung des Kultusminsteriums, bis Ostern alle Klassenfahrten abzusagen, weil dies Kindern und Jugendlichen »unverzichtbare Möglichkeiten der sozialen Interaktion und des außerschulischen Lernens« vorenthalte.


München (dpa/lby) - Der SOS-Kinderdorfverein und das Bayerische Jugendherbergswerk fordern auch in der aktuellen Pandemie-Welle, Kindern und Jugendlichen außerschulische Freizeitaktivitäten und Klassenfahrten zu ermöglichen. Angebote etwa in Jugendtreffs oder auch Nachhilfe verbesserten die Chancengerechtigkeit und ermöglichten benachteiligten Kindern bessere Bildungs- und Teilhabechancen, argumentierte der SOS-Kinderdorfverein am Mittwoch in München. Das Jugendherbergswerk kritisierte parallel die Empfehlung des Kultusminsteriums, bis Ostern alle Klassenfahrten abzusagen, weil dies Kindern und Jugendlichen »unverzichtbare Möglichkeiten der sozialen Interaktion und des außerschulischen Lernens« vorenthalte.

»Das System Schule allein kann Chancengerechtigkeit gar nicht gewährleisten, sondern ist auf außerschulische Angebote angewiesen«, betonte die Vorstandsvorsitzende des SOS-Kinderdorfvereins, Sabina Schutter. Gemeint sind damit etwa Sport-, Musik- oder Theatergruppen. Dort könnten vor allem diejenigen Kinder Erfolge feiern, die in der Schule auch wegen der Pandemie nicht mehr mitkämen – und so Selbstvertrauen gewinnen, was ihnen auch in der Schule wieder helfe, erläuterte Schutter. Außerdem knüpften sie so ein soziales Netz, was angesichts der Pandemie Sicherheit und Selbstvertrauen geben könne.

Das Jugendherbergswerk bläst mit Blick auf die empfohlene Absage von Klassenfahrten in das gleiche Horn. Während beispielsweise für die Gastronomie Ausnahmenregelungen geschaffen worden seien, müssten die Schülerinnen und Schüler abermals auf wertvolle Begegnungs- und Bildungsorte, auf kulturelles Leben, Natur- und Umwelterfahrungen sowie sportliche Betätigung verzichten. »Mir ist nicht einsichtig, warum regelmäßig getestete Schülerinnen und Schüler, die sich täglich zum Präsenzunterricht treffen, nicht auf gemeinsame Klassenfahrt gehen sollen, wo die Räume im wahrsten Sinne des Wortes ungleich größer sind«, sagte Landespräsident Klaus Umbach.

© dpa-infocom, dpa:220112-99-682294/2


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