Opposition attackiert Söder: Soll sich ums Land kümmern

Markus Söder
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Markus Söder (CSU) gibt ein Statement ab. Foto: Peter Kneffel/dpa-Pool/dpa Foto: dpa

München (dpa/lby) - Nach dem Ende des gut einwöchigen Machtkampfs in der Union um die Kanzlerkandidatur hat die Landtags-Opposition Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder scharf attackiert. Grüne, SPD, FDP und AfD forderten am Dienstag, der Regierungschef solle sich nun wieder um die wichtigen Problemen kümmern, allen voran Corona.


»Die Auseinandersetzung in CDU und CSU lähmte das Land mitten in der dritten Welle der Pandemie lang genug«, sagte Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann. »Ich bin weiterhin fassungslos über den Zustand der einst auf ihre Organisations- und Führungskraft stolzen Union.« Söder habe die Lage eskaliert und viel dazu beigetragen, »dass die Menschen Werte wie Anstand, Verlässlichkeit und Demut in der Politik vermissen«. »Endlich hat dieses absurde Schauspiel ein Ende.«

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SPD-Fraktionschef Horst Arnold kritisierte: »Söder war auf einem beispiellosen Ego-Trip, der nicht nur CDU und CSU nachhaltig schaden wird.« Jetzt müsse Söder seine Hausaufgaben in Bayern erledigen. »Im wohl schwierigsten Teil der Pandemie haben die Bürger und Bürgerinnen das Recht auf den vollen Einsatz des Ministerpräsidenten.«

FDP-Fraktionschef Martin Hagen schrieb auf Twitter, Söder habe sich verzockt und hinterlasse verbrannte Erde. »Er hat die Union fünf Monate vor der Bundestagswahl an den Rand des Abgrunds getrieben und steht am Ende doch mit leeren Händen da. Die Methoden, mit der sich der Franken-Macchiavelli in der CSU immer durchgesetzt hat, sind in Berlin gescheitert.« Hagen schrieb: »Jetzt kann sich unser MP wieder auf Bayern und die Pandemie konzentrieren. Zu tun gibt's genug.«

AfD-Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner sagte, lange genug habe Söder mit seinem »Ego-Trip« das Land beschäftigt, »anstatt sich den riesigen, wesentlich von ihm mitverursachten Problemen zu widmen«. Die AfD fordert seit langem ein Ende der Anti-Corona-Maßnahmen: Es herrsche »Ausnahmezustand«, der durch die geplanten Verschärfungen des Infektionsschutzgesetzes zum Dauerzustand zu werden drohe.

© dpa-infocom, dpa:210420-99-279572/2


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