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Obike schafft Räder aus München weg

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Obike-Rad hängt in einem Baum
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Ein Rad des Verleihunternehmens Obike hängt in München in einem Baum. Foto: Peter Kneffel/Archivbild Foto: dpa

Sie hingen in Bäumen, lagen in Parks und in der Isar: Die Fahrräder von Obike machten München zu schaffen. Nach langer Funkstille hat sich das Unternehmen bei der Stadt gemeldet - und wurde aktiv.


München (dpa/lby) - Die kaputten orangefarbenen Räder in Bäumen und der Isar gehören in München größtenteils der Geschichte an: Der wirtschaftlich angeschlagene Leihanbieter Obike hat die meisten seiner überwiegend zerstörten und fahruntauglichen Fahrräder aus der Landeshauptstadt weggeräumt. »Die ganz große Masse der Räder ist verschwunden«, sagte der städtische Radverkehrsbeauftragte Florian Paul der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe noch immer einige Fahrräder in der Stadt, die aber kein großes Problem mehr seien.

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Seit fast einem Jahr hatte die Stadtverwaltung versucht, die Tausenden von Billigrädern aus der Landeshauptstadt loszuwerden. Die Behörden hatten Obike monatelang mit einer Beseitigungsanordnung gedroht. Dieser sei der Leihanbieter jetzt zuvorgekommen, so Paul. Nach vielen erfolglosen Kontaktversuchen habe sich im Januar die deutsche Vertretung des Unternehmens gemeldet und die Stadt um die Standorte der Fahrräder gebeten.

Viele der kaputten Räder wurden zwischenzeitlich an Sammelstellen gelagert oder von privaten Firmen eigenständig weggeräumt. In der Faschingswoche sammelte Paul zufolge eine von Obike beauftragte Beseitigungsfirma rund 1000 gelagerte und gesammelte Fahrräder ein.

Obike war erst 2017 gegründet worden und bietet in mehreren europäischen Städten seine Leihräder an. Gründer Shi Yi hatte im Juli 2018 in einem Interview von wirtschaftlichen Schwierigkeiten gesprochen. Für Unruhe hatte auch die Insolvenz von Obike Singapur gesorgt. Auf die Geschäfte an anderen Standorten habe dies aber keine Auswirkungen, hatte der Anbieter im vergangenen Juni erklärt.

Der Müchner Radverkehrsbeauftragte zeigte sich zufrieden, dass die Behörden keine Beseitigungsfirma auf Kosten der Steuerzahler beauftragen mussten. Er sprach von einer »extrem lästigen Plage, die wir jetzt losgeworden sind«.

Neue Sorgen bereite ihm allerdings ein weiterer Trend: Mit der geplanten Zulassung von E-Scootern könne es auf den Münchner Radwegen noch voller und noch gefährlicher werden.