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Nürnberg muss Maly-Nachfolger in Stichwahl bestimmen

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Altes Rathaus Nürnberg
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Ein Passant vor dem Alten Rathaus in Nürnberg. Foto: picture alliance/Nicolas Armer/dpa/Archivbild Foto: dpa

Die Kommunalwahl in der Stadt Nürnberg hat eine besondere Strahlkraft entfaltet: Wer kann in der Heimatstadt Markus Söders in die großen Fußstapfen des Langzeit-OB Ulrich Maly treten. Thorsten Brehm und Marcus König liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.


Nürnberg (dpa/lby) - Im Kampf um das Oberbürgermeisteramt in Bayerns zweitgrößter Stadt Nürnberg kommt es zur Stichwahl. SPD-Bewerber Thorsten Brehm liegt im Kampf um die Nachfolge seines Parteifreundes Ulrich Maly nach Auszählung aller Stimmbezirke knapp hinter dem CSU-Mann Marcus König. König erhielt 36,45 Prozent der Stimmen, Brehm kam auf 34,93 Prozent. Die Landtagsabgeordnete Verena Osgyan, die für die Grünen antritt, liegt abgeschlagen auf Platz 3.

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Nürnberg gilt seit Jahrzehnten als Hochburg der SPD. 18 Jahre lang hatte dort der über Parteigrenzen hinweg beliebte Maly regiert. Der SPD-Politiker hatte vor einem Jahr überraschend angekündigt, auf eine weitere Kandidatur verzichten zu wollen. Sein politischer Ziehsohn Brehm halbierte mit knapp 35 Prozent der Stimmen nun beinahe Malys Ergebnis von mehr als 67 Prozent.

Wie sein Gegenkandidat König zeigte sich auch Brehm für die zweite Wahlrunde in zwei Wochen zuversichtlich. Es werde eine Herausforderung, im Wahlkampf etwa auf persönliche Kontakte und Infostände zu verzichten, sagte er mit Blick auf die Einschränkungen im Zuge der Coronavirus-Krise. »Vielleicht muss man sich etwas Neues einfallen lassen«, sagte der 35-Jährige.

König betonte, auch die Stichwahl werde eine Persönlichkeitswahl werden. Es werde stark darauf ankommen, sich als Person zu präsentieren, die Nürnberg in schwieriger Zeit führen könne, sagte König.

Der bisherige Wahlkampf in Nürnberg war von Beobachtern als fair und fast langweilig eingestuft worden - alle aussichtsreichen Kandidaten, darunter auch die am Sonntag drittplatzierte Grünen-Bewerberin Verena Osgyan, hatten sich inhaltlich kaum voneinander absetzen können. Die Coronavirus-Krise hatte dann im Wahlkampf-Endspurt ohnehin dazu geführt, dass Zusammenhalt aller politischen Kräfte gefordert war.

Alle Bewerber in Nürnberg hatten mit Rücksicht auf mögliche Ansteckungsgefahren auf ihre zunächst geplanten Wahlpartys verzichtet. Sie verfolgten lediglich im kleinen Rahmen die Auszählung der Ergebnisse.

AfD-Kandidat Roland-Alexander Hübscher konnte sich in der ehemaligen Industriestadt mit etwas über vier Prozent nicht entscheidend in Szene setzen. Die SPD setzt für die Stichwahl darauf, dass viele Wähler der Grünen und der Linken sich auf die Seite der Sozialdemokraten schlagen werden.

In den beiden anderen Städten des Dreiecks Nürnberg/Fürth/Erlangen haben die SPD-Bewerber die Nase vorn. In Fürth holte Langzeit-OB Thomas Jung fast 73 Prozent der Stimmen und stellten den Wiedereinzug ins Rathaus bereits im ersten Wahlgang sicher. In Erlangen geht Amtsinhaber Florian Janik mit Vorsprung in die Stichwahl.

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