Nürnberg holt Nachwuchstrainer nach interner Debatte nicht

Nürnberg (dpa) - Der 1. FC Nürnberg hat nach einer internen Debatte Abstand von der Verpflichtung eines Nachwuchstrainers genommen. Der betroffene Coach wird bei den Franken künftig nicht wie zunächst geplant die U17 betreuen, wie der Fußball-Zweitligist am Sonntag mitteilte. Als Begründung nannte der »Club« die Umstände des Weggangs des Trainers beim FC Bayern München im vergangenen Jahr.


Der Jugendcoach soll beim deutschen Rekordmeister in einer Chat-Gruppe einen rassistischen Beitrag mit Smileys kommentiert haben, was er nach Angaben der Nürnberger Verantwortlichen in den Gesprächen »zutiefst und von Herzen bereut« habe. Die Entscheidung gegen den Neuzugang im Leistungszentrum sei nach einer »vielschichtigen, emotionalen und langen Diskussion« getroffen worden.

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»Auch die Reaktionen und das Feedback von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Mitgliedern und Fans sind in diese schwierige Entscheidung eingeflossen«, wie der FCN mitteilte.

Man habe »einem jungen Menschen, der einen Fehler gemacht und eingestanden hat, eine Chance gewähren wollen. Dies gehört ebenfalls zu unserem Wertekanon«, äußerte Nürnbergs Sportvorstand Dieter Hecking. Letztlich handele es sich um einen Wertekonflikt, schrieb der Verein. Dabei gebe es »eine besondere Verantwortung gegenüber unseren Jugendlichen im Nachwuchsleistungszentrum«.

»Wir wissen, dass wir künftig noch achtsamer mit dem Thema beim Club umgehen und die Auswirkungen solcher Entscheidungen für alle Facetten des Vereins bedenken müssen. Die moralische Verpflichtung, die sich daraus für uns ableitet, ist künftig eine noch größere. Wir stellen uns dieser Herausforderung«, äußerte Sportvorstand Hecking.

© dpa-infocom, dpa:210502-99-439517/2

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