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Neuer Corona-Fall: Söder sieht Sicherheit an erster Stelle

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Markus Söder (CSU) bei einer Pressekonferenz
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Markus Söder (CSU) bei einer Pressekonferenz. Foto: Nicolas Armer/dpa Foto: dpa

Veranstaltungen werden abgesagt, Schüler bleiben zu Hause, Menschen stehen unter Quarantäne. Aber allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz: Die Zahl der Coronafälle steigt - auch in Bayern.


München (dpa/lby) - In Bayern hat sich eine weitere Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 bestätigt. Der neue Fall wurde aus dem niederbayerischen Landkreis Passau gemeldet, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte. Seit vergangenem Donnerstag gibt es 22 neue Coronavirus-Fälle in Bayern. Direkte Kontaktpersonen der Betroffenen stehen unter häuslicher Quarantäne.

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»Die Sicherheit der Bevölkerung steht an erster Stelle. Es gilt das klare Primat der Medizin«, sagte Ministerpräsident Markus Söder nach einer bayerisch-sächsischen Kabinettssitzung in Hof. Wichtig sei, die Eindämmungsstrategie fortzusetzen, Prävention zu betreiben und Schutzmöglichkeiten für Ältere und Risikopatienten zu verbessern, etwa wenn es um Schutzmasken und Desinfektionsmittel gehe. Angesichts der Auswirkungen auf die Wirtschaft dringt der CSU-Chef zudem auf finanzielle Hilfen für Unternehmen.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) verlangte rasch konkrete Beurteilungskriterien für Großveranstaltungen. Bisher gebe es nur eine Empfehlung des Gesundheitsministeriums, internationale Großmessen abzusagen. »Ich bin mir hier mit dem Deutschen Städtetag völlig einig, dass wir schnellsten einheitliche Standards brauchen, um verantwortungsvolle Entscheidungen treffen zu können.«

Für viele Veranstaltungen gibt es noch keine Entscheidung. Aus Augsburg hieß es, nach derzeitiger Lage könnten Frühlingsfest und Plärrer stattfinden. Letztgültige Aussagen könnten noch nicht getroffen werden. Auch zum Oktoberfest wurde bisher nichts bekannt.

Gut 100 Tage vor Beginn der Fußball-EM hoffen die Verantwortlichen des Spielortes München auf eine positive Entwicklung der aktuellen Coronavirus-Krise. »Derzeit schaut es so aus, als ob die Dinge einen guten Lauf nehmen«, sagte Münchens Sportreferentin Beatrix Zurek. »Man ist mit den internationalen und örtlichen Behörden, auch mit uns, in Kontakt und beobachtet die Entwicklung.«

Am Gymnasium in Dorfen im oberbayerischen Landkreis Erding bleiben nach einem Schüleraustausch in die als Corona-Risikogebiet erklärte italienische Emilia-Romagna 23 Schüler die ganze Woche zu Hause. Die Neunt- und Zehnklässler hatten vor den Ferien eine Woche in Bologna verbracht, wie Schulleiter Markus Höß mitteilte. Auch die beiden Lehrer, die an der Fahrt teilnahmen, bleiben der Schule fern. »Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme«, betonte Höß. Das Kultusministerium hatte nach den Ferien geraten, Schüler, die in Risikogebieten im Urlaub waren, sollten möglichst daheim bleiben.

In Italien gibt es inzwischen sogar Vorsichtsmaßnahmen auf den Skipisten: Dort dürfen weniger Menschen in Gondeln. Seilbahnen und andere geschlossene Transportmittel dürften nur noch zu einem Drittel der normalen Kapazität gefüllt sein, heißt es in dem Dekret aus Rom. Der Betreiber der Seilbahn im Wintersportort Cortina d'Ampezzo hob hervor, dass die Einschränkung den »Komfort« in der Kabine erhöhe. Italien ist in Europa das Land mit den meisten Covid-19-Erkrankten.

In Bayern wurden bisher insgesamt 36 Patienten positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Bei 14 Patienten ist die Erkrankung Covid-19 bereits auskuriert, alle sind wieder aus den Krankenhäusern entlassen worden. Sie standen im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens. Dort hatte im Januar eine Mitarbeiterin aus China Kollegen angesteckt.


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