Mutmaßliches Raubgut versteigert: 236.000 Euro gefordert

Landgericht München
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Blick auf das Gerichtsgebäude für das Landgericht I und II in München. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild Foto: dpa

München (dpa) - Eine mutmaßliche Raubgrabung in Spanien, daraus versteigerte historische Bronzehelme und eine Rückzahlungsforderung in Höhe von knapp einer Viertelmillion Euro haben am Dienstag das Landgericht München I beschäftigt.


Der englische Kunstsammler Christian Levett hat ein Auktionshaus und die Erben einer Sammlung auf Zahlung der Summe von 236.000 Euro verklagt. Darin enthalten seien Kaufpreis, Provisionen und Transportkosten, sagte sein Anwalt Hannes Hartung nach der Verhandlung. Es gehe um eine Rückabwicklung des Kaufes.

Die Helme waren über die Erben eines Sammlers an das Auktionshaus gegangen. Deshalb hat Levett auch die Erben des Sammlers verklagt.

Levett hatte laut Anwalt 2008 und 2009 in dem Auktionshaus sechs der iberokeltische Bronzehelme aus dem 5. Jahrhundert vor Christus »gutgläubig erworben« und in seinem Museum in Mougins nahe Cannes ausgestellt. Im November 2017 habe er erfahren, dass die Helme in der Gegend um die spanische Stadt Saragossa in einer Raubgrabung geplündert wurden und unschätzbares spanisches Kulturerbe seien. Im Dezember 2019 habe er die Helme an Spanien zurückgegeben. Sie fanden laut Hartung ihren Platz im Museum in Saragossa, »wo sie hingehören«.

Levett beruft sich auf wissenschaftliche Untersuchungen, die laut Hartung zeigen, dass es sich um Raubgrabungen handelt. Zwei Täter seien in Spanien verurteilt worden, von denen einer inzwischen starb.

Laut Auktionshaus handelt es sich bei dem Helmen hingegen nicht um Raubstücke. Vielmehr stammten sie aus einer anderen, nahe gelegenen Grabung. Die Beklagten argumentieren, die Helme seien Eigentum des Sammlers gewesen, danach sei Levett Eigentümer geworden. Im Übrigen seien sämliche Ansprüche verjährt. Das Gericht will laut Hartung am 27. Januar 2022 eine Entscheidung verkünden.

© dpa-infocom, dpa:210914-99-217087/2


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