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Münchner U-Bahn soll Sicherheitstüren am Bahnsteig bekommen

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Ein Mann stößt einen Jungen in Frankfurt vor einen Zug, der Bub stirbt. In chinesischen Metropolen sollen Glastüren vor dem Gleis solche Vorfälle verhindern. Das kommt jetzt auch in München. Und das ich noch nicht alles.


München (dpa/lby) - Bahnsteigtüren sollen den Münchner U-Bahnverkehr sicherer und pünktlicher machen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) werde »sukzessive die Münchner U-Bahn mit Bahnsteigtüren ausrüsten«, sagte Ingo Wortmann, Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung am Freitag. Sie sind so hoch wie die Fahrzeuge, grenzen den Bahnsteig von den Gleisen ab und öffnen sich erst, wenn ein Zug im Bahnhof steht. Zudem soll ein neues digitales Steuerungs- und Leitsystem eine schnellere Taktung ermöglichen. Dieses instand zu halten sei auch weniger aufwendig als bisher, hieß es.

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In einem Pilotprojekt im U-Bahnhof Olympiazentrum sollen die Bahnsteigtüren ab 2023 zunächst an einem Gleis getestet werden, wie der Betriebsleiter der U-Bahn, Michael Frieß, sagte. Die Stadtwerke München (SWM) hatten eine Machbarkeitsstudie dazu in Auftrag gegeben.

Die Türen aus Sicherheitsglas sollen unter anderem verhindern, dass Menschen ins Gleis fallen oder hineingestoßen werden wie jüngst am Frankfurter Hauptbahnhof geschehen, wo ein Achtjähriger starb. Im vergangenen Jahr hatte es bei der U-Bahn in München 21 Personen »mit Zugkontakt« gegeben, sagte Wortmann. 215 Menschen im Gleisbereich listet die Statistik auf.

Sollte der Test am Olympiazentrum erfolgreich sein, wollen die MVG und die SWM nach und nach alle U-Bahnhöfe mit Bahnsteigtüren ausstatten. Da das Jahre dauern wird, wollen sie mit den hoch frequentierten Stationen in der Innenstadt anfangen. Die Kosten werden nach derzeitigem Stand auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt, wie es weiter hieß.

Möglich wird die Neuerung durch eine Digitalisierung des Zugsicherungssystems bis 2028. »Das bestehende Zugsicherungssystem hat keine Zukunft mehr. Wir müssen es schon aus Altersgründen ersetzten«, sagte Wortmann. Das neue sogenannte CBTC-System soll langfristig einen Zwei-Minuten-Takt gewährleisten und könnte auch einen voll automatisierten Betrieb ermöglichen. Zudem erlaubt es, dass die Züge exakt halten, so dass deren Türen auf einer Höhe mit den Sicherheitstüren sind. Diese können sich dann parallel öffnen.

Solche Türen gibt es zum Beispiel in chinesischen Metropolen wie Peking und Shanghai und in der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Vor allem im Berufsverkehr gibt es dort großes Gedränge in den Stationen. Erst, wenn eine U-Bahn eingefahren ist und steht, öffnen sich alle Türen gleichzeitig, damit die Fahrgäste ein- und aussteigen können.

Mitteilung mit Illustrationsfoto