Münchner Polizei: 22 Disziplinarverfahren in Drogenskandal

Polizeipräsidium München
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Das Polizeipräsidium in der Innenstadt. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild Foto: dpa

Die strafrechtliche Aufarbeitung des Drogenskandals bei der Münchner Polizei läuft noch auf Hochtouren. Im Dienst haben die Beamten allerdings schon Konsequenzen zu spüren bekommen.


München (dpa/lby) - Nach Bekanntwerden des Drogenskandals bei Polizisten in der bayerischen Landeshauptstadt sind zwölf Beamte des Polizeipräsidiums München vom Dienst suspendiert worden. Zwei weitere wurden vorläufig ihres Dienstes enthoben, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums auf Anfage der Deutschen Presse-Agentur sagte. Gegen sechs bereits suspendierte Polizisten sei ein Verfahren zur Dienstenthebung eingeleitet worden. Insgesamt laufen den Angaben zufolge 22 Disziplinarverfahren gegen Angehörige des Präsidiums.

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Der Skandal um koksende Polizisten und Beamte, die beschlagnahmte Drogen abzweigten, machte im vergangenen Jahr Schlagzeilen. Bei einer großangelegten Drogen-Razzia im Herbst 2020 durchsuchten rund 170 Ermittler 30 Wohnungen und 7 Dienststellen. Inzwischen haben sich die Ermittlungen auf 36 Verdächtige ausgeweitet. In der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft München I mitgeteilt, dass in dem Ermittlungskomplex nun die erste Anklage erhoben wurde.

Die Staatsanwaltschaft wirft einem Polizisten der Inspektion 23 im Stadtteil Giesing den Erwerb und Besitz von Betäubungs- und Dopingmitteln und einen so genannten Verwahrungsbruch vor. Der Polizeibeamte soll im Dienst Marihuana sichergestellt und für sich behalten haben.

Die Vorwürfe gegen die Polizisten waren nur ans Licht gekommen, weil ein mutmaßlicher Drogendealer, der vor allem Kunden eines Münchner Nachtclubs mit Rauschmitteln versorgt haben soll, quasi als Kronzeuge Vorwürfe gegen Polizisten erhoben hatte.

Seither stehen Vorwürfe im Raum, »dass Polizisten in München Kokain konsumieren, verkaufen, ankaufen«, wie es von Seiten eines LKA-Ermittlers hieß. Nach Angaben des geständigen Dealers soll es sogar einen speziellen Polizisten-Rabatt auf Kokain gegeben haben. Der Mann habe damit geprahlt, »Polizisten zu kennen, die ihn schützen«.

© dpa-infocom, dpa:210504-99-456904/2


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