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Mordprozess nach Verschwinden von Mutter und Tochter beginnt

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Die Justitia ist an einer Türscheibe angebracht
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Die Justitia ist an einer Türscheibe angebracht. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbol Foto: dpa

Vor mehr als einem Jahr verschwinden eine Mutter und ihre Tochter in München spurlos aus ihrer Wohnung. Jetzt startet der Prozess gegen den Mann, den Ermittler für das Verschwinden verantwortlich machen. Es ist ein Mordprozess ohne Leiche.


München (dpa) - Am Landgericht München I beginnt am heutigen Montag (9.00 Uhr) ein Mordprozess um das spurlose Verschwinden einer Frau und ihrer Tochter vor mehr als einem Jahr. Die Staatsanwaltschaft macht den Ehemann der Frau und den Stiefvater des damals 16 Jahre alten Mädchens für das Verschwinden der beiden verantwortlich. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Deutsch-Russe zuerst im Streit seine Frau tötete und danach die Tochter ermordete, um die Tat zu verschleiern. Er ist wegen Totschlags und Mordes angeklagt.

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Von der damals 41 Jahre alten Frau und ihrer Tochter fehlt seit dem 13. Juli 2019 jede Spur. Der Ehemann und Stiefvater hatte die beiden Frauen zunächst als vermisst gemeldet. Seinen Angaben zufolge sollen sie gemeinsam ihre Wohnung im Münchner Stadtteil Ramersdorf-Perlach verlassen haben, um in einem nahe gelegenen Einkaufszentrum shoppen zu gehen. Seit diesem Tag wurden sie nicht mehr gesehen, sie meldeten sich auch nicht bei Freunden und Angehörigen. Ihre Handys waren ausgeschaltet.

Kurze Zeit später geriet der heute 45-Jährige unter Verdacht, seine Frau und seine Stieftochter umgebracht zu haben. Die Polizei durchsuchte den Truderinger Forst nach Leichen. Auch Polizeitaucher waren im Einsatz und suchten in einem Baggersee. Ein mit einer Wärmebildkamera ausgerüsteter Polizeihubschrauber beteiligte sich ebenfalls an der Aktion - ohne Erfolg. Die Leichen der beiden wurden bis heute nicht gefunden. Bei den Suchaktionen entdeckten Polizisten aber eine Fußmatte und einen Teppich mit Blutspuren.

Das Landgericht München I hat 27 Verhandlungstage angesetzt, das Urteil könnte dann Anfang März 2021 fallen.


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