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Mit 140 durch die Innenstadt – fast 9000 Raser erwischt

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Radarkontrollen und Blitzer in den Landkreisen Traunstein (TS) und Berchtesgadener Land (BGL) beim Blitzermarathon
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Foto: Ronald Wittek/dpa

Knapp 9000 Fahrer erwischte es beim Blitzmarathon von Mittwoch auf Donnerstag teils kalt: Knapp dreimal so schnell wie erlaubt fuhr ein Raser in Leipzig durch die Innenstadt.


Zu schnelles Fahren ist Grund Nummer Eins für schwere Unfälle. Der Blitzmarathon der Polizei soll Autofahrern mehr Vernunft beibringen. Viele halten sich ans Tempo. Doch einige erwischt es kalt.

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Von Mittwoch, 19. April, 6 Uhr, bis Donnerstag, 20. April, 6 Uhr, überwachten insgesamt rund 1900 Polizistinnen und Polizisten und mehr als 50 Messtechniker der Gemeinden und Zweckverbände der kommunalen Verkehrsüberwachung an mehr als 1900 Messstellen in ganz Bayern verstärkt die Geschwindigkeit.

Statistik aus der Region: 499 Temposünder in Oberbayern erwischt

"Einige haben es wohl nicht kapiert": Fuß vom Gas

"Insgesamt 8941 Geschwindigkeitssünder sind uns bei rund 230 000 gemessenen Fahrzeugen [in Bayern] ins Netz gegangen", gab Herrmann bekannt. "Obwohl alle Messstellen frühzeitig im Internet unter www.sichermobil.bayern.de abrufbar waren, haben es einige offenbar immer noch nicht kapiert, besser den Fuß vom Gas zu nehmen."

Mit 181 km/h auf der Bundesstraße

Trauriger Spitzenreiter war ein 42-jähriger BMW-Fahrer, der in Oberbayern auf der B16 bei Weichering mit 181 Stundenkilometern anstatt der erlaubten 100 aufgehalten wurde. Ihm drohen eine Geldbuße von 1200 Euro, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot. Ein solches Verhalten bezeichnete Herrmann als absolut unverantwortlich: "Das ist lebensgefährlich, für sich und andere im Straßenverkehr!"

Fast dreimal so schnell wie erlaubt: Mit 140 durch die Innenstadt

Ein besonders dreister Raser ist der Polizei in Sachsen ins Netz gegangen: Er sauste in Leipzig mit 140 Sachen durch die Innenstadt – erlaubt sind dort 50 Kilometer pro Stunde, hieß es von der Polizei. (dpa)

Aber auch von anderen Polizeipräsidien wurden reihenweise Raser gemeldet:

  • in Oberpfalz auf der A3 bei Sinzing: 72 km/h zu schnell
  • in Mittelfranken auf der A9 bei Schnaittach: 71 km/h zu schnell
  • in Unterfranken auf der B27 bei Karlstadt: 70 km/h zu schnell
  • in Niederbayern auf der A3 bei Neuhaus a. Inn: 66 km/h zu schnell
  • in Oberfranken auf der B4 bei Itzgrund: 64 km/h zu schnell
  • in Schwaben Süd/West auf der Staatsstraße 2015 bei Schlingen Süd: 63 km/h zu schnell
  • in Schwaben Nord auf der B300 bei Kühbach: 54 km/h zu schnell
  • in Oberbayern Süd auf der B11 bei Geretsried: 54 km/h zu schnell
  • in München auf der Kreisstraße M2 bei Taufkirchen: 51 km/h zu schnell

Für Herrmann ist klar: "Dort, wo die Einsicht fehlt, werden wir auch in Zukunft mit konsequenten Kontrollen nachhelfen und unverantwortliche Raser aus dem Verkehr ziehen." Bereits im Juli werde die Bayerische Polizei über die üblichen Geschwindkeitskontrollen hinaus bayernweit entsprechende Schwerpunktaktionen gegen Raser durchführen. Nach Herrmanns Worten sei der Juli neben Juni und August traditionell der Monat, in dem die meisten tödlichen Verkehrsunfälle passieren.

Wie der Innenminister deutlich machte, ist zu hohe Geschwindigkeit immer noch die Ursache Nummer eins bei schweren Verkehrsunfällen. 195 und damit rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle gingen 2016 auf Raser zurück (2015: 168). Die Zahl der dabei getöteten Menschen erhöhte sich deutlich auf 215 (2015: 177). "Zu schnelles Fahren ist kein Kavaliersdelikt, sondern höchstgefährlich", mahnte Herrmann. "Nur wenige Stundenkilometer zu viel können oft den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten."

Pressemeldung des Innenministeriums / th mit Auszügen der dpa