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Missbrauchsvorwürfe im Piusheim: Zehn Betroffene melden sich

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Eine Justita-Abbildung ist an einer Scheibe zu sehen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild Foto: dpa

München (dpa/lby) - Nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen in dem früheren katholischen Piusheim bei München haben sich inzwischen zehn Betroffene bei den Ermittlern gemeldet. Das teilte die Staatsanwaltschaft München II auf Anfrage mit. Bei der Erzdiözese München und Freising gingen nach Angaben eines Sprechers insgesamt elf Verdachtsfälle ein. Inwieweit sich die Meldungen an Staatsanwaltschaft und Erzdiözese überschneiden, war unklar.


Ein Prozess am Landgericht München II hatte die Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft im Frühjahr 2020 ausgelöst. Sie richteten sich zunächst gegen einen früheren Erzieher des ehemaligen Jugenddorfes Piusheim in Baiern (Kreis Ebersberg) nahe München und einen Geistlichen. Weil die Angaben der Betroffenen allerdings sehr vage waren und Namen der Beschuldigten unklar, gestalten sich die Ermittlungen nach wie vor schwierig. »Im Rahmen der Vorermittlungen konnten bislang weder konkrete Taten noch konkrete Beschuldigte ermittelt werden«, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. »Die Vorermittlungen dauern an und gestalten sich wegen Corona und Auslandsbezug langwierig.«

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Ein Großvater, der selbst wegen jahrelangen und massenhaften schweren Missbrauchs an seinen Enkeln und deren Freunden angeklagt ist, hatte vor Gericht ausgesagt, als Jugendlicher in dem Erziehungsheim der katholischen Kirche schwer missbraucht worden zu sein. Er sprach von Sexpartys und Prostitution und davon, dass ein Mitschüler sich in dem Heim das Leben nahm. Voraussichtlich an diesem Freitag soll der Prozess gegen den Mann zu Ende gehen. Die Staatsanwaltschaft hat zwölf Jahre Haft für ihn gefordert.


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