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Mehr Unterricht: Lehrer sind weiter sauer

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München (dpa/lby) - Der Streit zwischen Teilen der bayerischen Lehrerschaft und dem Kultusministerium über eine zusätzliche Unterrichtsstunde kommt nicht zur Ruhe. Vertreter des Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) übergaben am Montag in München an Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) Protestpostkarten von Lehrern, in denen diese darüber klagten, wie sehr sie die zusätzlichen Anforderungen im schulischen Alltag demotivierten.


Dabei gehe es nicht nur um die Erhöhung der Unterrichtsstunden, um einem drohenden Lehrermangel vorzubeugen, sondern auch um die generell fehlende Wertschätzung für die vielen zusätzlichen Arbeiten, die die Lehrer seit Jahren auf sich nehmen würden, sagte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann.

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Piazolo zeigte sich gesprächs- und kompromissbereit: »Ich weiß, wie viel unsere Lehrkräfte Tag für Tag für ihre Schüler leisten. Mir ist bewusst, dass die Maßnahmen zur Sicherung der Unterrichtsversorgung von den betroffenen Lehrkräften auch einiges abverlangen«, sagte er. Es sei daher ein wichtiges Signal, dass der Freistaat im Jahr 2020 deutliche finanzielle Verbesserungen für seine Lehrkräfte umsetzen könne. Zudem werde mit konkreten Maßnahmen wie weniger Korrekturarbeit durch Reduzierung der Proben in der 4. Klasse und weniger Aufwand durch schlankere Zeugnisformulare an der Grundschule für zeitliche Entlastung gesorgt.

Viele Grundschullehrer müssen ab dem kommenden Schuljahr für voraussichtlich fünf Jahre eine Stunde pro Woche mehr unterrichten; diese Stunde soll ihnen später gutgeschrieben werden. Ebenso wie an den Mittel- und Förderschulen müssen viele Teilzeitler ihren Stundenumfang aufstocken, der Vorruhestand ist in der Regel erst ab 65 Jahren möglich, und Sabbatjahre werden ganz gestrichen.


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