Ludwig II. von Sockel gestoßen: Verein sucht Täter

München (dpa/lby) - Nachdem Unbekannte eine Bronzebüste von König Ludwig II. von ihrem Sockel an der Münchner Corneliusbrücke in die Isar gestoßen haben, will der Verein »König Ludwig II.-Denkmal« die Suche nach den Tätern per Belohnung vorantreiben. Der Vorsitzende Dietmar Holzapfel lobte 2000 Euro für den entscheidenden Hinweis aus, wie er am Mittwoch mitteilte. Die »Bild«-Zeitung hatte darüber berichtet.


»Was auch immer die Motivation der Täter gewesen sein mag, so ein Akt ist nicht hinzunehmen, es handelt sich schließlich um öffentlichen Besitz und um ein Kunstwerk«, sagte Holzapfel.

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Ein Spaziergänger hatte die Büste am Samstag in der Isar entdeckt. Die Feuerwehr barg sie laut Bayerischem Landeskriminalamt, das wegen mehrerer Beschädigungen an Denkmälern ermittelt. Ob in diesem Zusammenhang Festgenommene auch für den Fall an der Isar verantwortlich sein könnten, war zunächst unklar.

Bei der Ludwig-Büste handelt es sich laut Holzapfel um eine Replik. Bis 1942 habe eine drei Meter große Bronzestatue des Königs in einer rosaroten Marmornische an der Brücke gestanden. Die Figur - bis auf den Kopf - hätten die Nazis als »Reichsmetallspende« eingeschmolzen, der Originalkopf wurde in einem Seitentrakt der Oper aufgestellt.

Der 2020 gegründete Verein »König Ludwig II.-Denkmal« setzt sich dafür ein, dass an der Brücke ab 2022 ein würdigeres Denkmal aus Teilen des ursprünglichen Denkmals gebaut wird. »Es soll eine romantisierende Ruine entstehen«, teilte Holzapfel mit. »Die ganze Bastion soll aufgehübscht werden mit Grünflächen und Rosenbeeten – es soll eine Art Roseninsel entstehen ähnlich der Roseninsel im Starnberger See, ein Ort der Liebe, der Romantik, der Schönheit.«

© dpa-infocom, dpa:210414-99-202908/2

Mitteilung LKA


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