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Leichter Anstieg bei Organspenden in Bayern

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Organspenden
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Ein Organspendeausweis, aufgenommen vor dem Modell eines menschlichen Torsos. Foto: Daniel Maurer/dpa/Archivbild Foto: dpa

In Deutschland ist die Zahl der Patienten, denen eine Organspende helfen könnte, deutlich größer als die Zahl der transplantierten Organe. Die Politik ändert Gesetze. Eine wichtige Entscheidung, die alle Bürger der Bundesrepublik betrifft, steht in Kürze an.


München/Frankfurt (dpa/lby) - Entgegen dem Bundestrend sind die Zahlen der Organspender und der gespendeten Organe in Bayern im vergangenen Jahr gestiegen. Nach vorläufigen Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation wurden 136 Menschen im Freistaat Organe wie Nieren, Lunge und Herz entnommen. Im Jahr 2018 gab es bayernweit 128 Organspender, wie die Stiftung am Montag in Frankfurt/Main weiter mitteilte. Mit statistisch 10,4 Organspendern pro einer Million Einwohner lag der Freistaat im gerade abgelaufenen Jahr aber trotz steigender Tendenz unter dem Bundesschnitt von 11,2. Die Zahl der gespendeten Organe stieg von 444 im Jahr 2018 auf nunmehr 459.

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»Es ist ein positives Signal, dass es im vergangenen Jahr in Bayern mehr postmortale Organspender gab als 2018«, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) dazu der Deutschen Presse-Agentur in München. »Allerdings reicht der leichte Anstieg nicht aus.« Aktuell warteten etwa 1350 Menschen im Freistaat auf ein lebenswichtiges Spenderorgan.

Am Donnerstag (16. Januar) soll der Bundestag über neue Regeln für Organspenden entscheiden. Dabei geht es um die sogenannte Widerspruchslösung. Ein fraktionsübergreifender Gesetzesentwurf von einer Gruppe um Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) strebt die »doppelte Widerspruchslösung« an. Ab dem 1. Oktober 2022 sollen demnach alle Bürger grundsätzlich als Spender gelten. Man soll dazu aber später Nein sagen können. Ansonsten wäre noch bei Angehörigen nachzufragen, ob ihnen ein Widerspruch bekannt ist.

Eine andere Abgeordnetengruppe um Grünen-Chefin Annalena Baerbock schlägt vor, dass alle Bürger mindestens alle zehn Jahre beim Ausweisabholen auf das Thema Organspende angesprochen werden. Daneben hat die AfD einen Antrag eingebracht, der eine doppelte Widerspruchslösung ablehnt. Gemeinsames Ziel ist, zu mehr Organspenden in Deutschland zu kommen.

»Für jede neue Regelung ist eine große Zustimmung in der Bevölkerung wichtig«, sagte Bayerns Ressortchefin Huml. »Deshalb muss hier noch weitere Überzeugungsarbeit geleistet werden. Niemand soll den Eindruck bekommen, dass er unter Druck gesetzt wird.«

Sie will zudem dafür sorgen, dass sich mehr Menschen für einen Organspende-Ausweis entscheiden - den habe nur ein Drittel der Deutschen. »Die Aufklärung der Bevölkerung über Organspende und Transplantation ist eine Daueraufgabe, für die sich die bayerische Staatsregierung auch in Zukunft engagieren wird. Beispiele sind unsere Schülerseminare und Lehrerfortbildungen sowie Fortbildungen für ärztliches und pflegerisches Fachpersonal.«

Gesezentwurf der Gruppe um Baerbock/Kipping

Gesetzentwurf der Gruppe um Spahn/Lauterbach

Antrag der AfD

Rechtliche Grundlagen von Organspenden in Deutschland

Gesetz für bessere Organspende-Bedingungen in Kliniken

Bisherige Regelung zur Einwilligung in Organspenden

Bisherige Regelung zu Angehörigen

Studie "Wie viele potenzielle Organspender gibt es wirklich?"

Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses

DSO-Statistiken zur Organspende