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Kultusminister verspricht Entlastungen für Lehrkräfte

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Michael Piazolo (Freie Wähler), bayerischer Kultusminister
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Michael Piazolo (Freie Wähler), bayerischer Kultusminister. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild Foto: dpa

Der Kultusminister will den Lehrermangel unter anderem durch Mehrarbeit der Grundschullehrer auffangen. Seitdem brodelt es in den Schulen. Nun verspricht der Minister im Gegenzug Entlastungen.


München (dpa/lby) - Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) will die von Zwangsmaßnahmen zur Bekämpfung des Lehrermangels betroffenen Pädagogen an anderer Stelle entlasten. »Wir wissen durchaus, dass unsere Lehrer hervorragende Arbeit leisten«, sagte Piazolo am Freitag in München. Um ihnen entgegenzukommen, seien verschiedene Schritte geplant - darunter finden sich mehrere bisherige Forderungen von Lehrerverbänden. Unter den Pädagogen ist der Unmut groß, seitdem Piazolo Anfang Januar zu freiwilliger Mehrarbeit aufgerufen und zugleich verschiedene Maßnahmen verpflichtend vorgeschrieben hatte.

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So müssen viele Grundschullehrer in den nächsten Jahren im Rahmen eines Arbeitszeitkontos eine Stunde pro Woche mehr unterrichten. Teilzeitler müssen aufstocken, vorzeitigen Ruhestand gibt es erst ab 65 Jahren, Sabbaticals sind gestrichen. Im Gegenzug sollen nun 3000 Grund- und Mittelschullehrer zusätzlich befördert werden und somit deutlich mehr Geld bekommen. Dies treffe zwar nicht unbedingt die gleichen Personen, betreffe im Umfang aber etwa im Bereich der Mittelschulen ebensoviele Lehrkräfte wie von den dienstrechtlichen Maßnahmen betroffen seien, sagte Piazolo.

»Auch im Bereich der Verwaltungsangestellten wird aufgestockt und die Leitungszeit der Schulleitungen erhöht.« Zudem solle die Zahl der Proben in der vierten Klasse von derzeit 22 um circa zwei bis drei reduziert werden. »Und ein großes Thema für die Grundschulen sind die Zeugnisse, die wollen wir verschlanken«, kündigte Piazolo an. Zudem werde mehr Geld für Drittkräfte zur Verfügung gestellt, die dann Sprach- und Alphabetisierungskurse anbieten könnten. Und der Umfang der als bürokratisch verschrienen externen Evaluationen soll reduziert werden.