Krankenkassendaten: Mütter nehmen viel häufiger kinderkrank

München (dpa/lby) - Wenn die Kinder Husten haben oder die Kita wegen Corona geschlossen ist, melden sich in Bayern meist die Mütter statt der Väter bei ihrer Arbeit kinderkrank. Nach einer Auswertung der Krankenkasse Barmer haben in den ersten drei Monaten dieses Jahres im Freistaat 5774 weibliche Versicherte Kinderkrankengeld erhalten - im Vergleich zu 2562 männlichen. Die Väter blieben also nicht einmal halb so oft deswegen der Arbeit fern, wie die Landesvertretung der Barmer am Mittwoch in München mitteilte.


»Die Zahl der Anträge auf Kinderkrankengeld ist in den vergangenen Monaten enorm gestiegen. Es sind meistens die Frauen, die die Betreuung übernehmen, wenn die Kinder wegen der Corona-Eindämmungsmaßnahmen nicht in die Kita oder Schule können«, erläuterte Barmer-Landesgeschäftsführerin Claudia Wöhler. Die Pandemie habe das Ungleichgewicht in vielen Familien noch einmal deutlich gemacht. So hätten die bei der Barmer versicherten Mütter in Bayern an 15 647 Tagen, die Väter an 6160 Tagen Kinderkrankengeld in Anspruch genommen.

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Der Bundesrat hat den Anspruch auf Kinderkrankengeld jüngst erneut erweitert. Jeder Elternteil erhält im Jahr 2021 pro Kind bis zwölf Jahre jeweils 30 Anspruchstage (maximal 65 Tage), Alleinerziehende pro Kind 60 Tage (maximal 130 Tage). Dieser Anspruch gilt auch, wenn die Betreuung des Kindes erforderlich wird, weil die Schule oder die Kita pandemiebedingt geschlossen sind oder die Präsenzpflicht aufgehoben wurde.

© dpa-infocom, dpa:210428-99-384876/2


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