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Kleinkinder im Süden Bayerns werden am seltensten geimpft

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Die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland hält an ihrer Empfehlung zur Rotavirus-Impfung fest. Foto: dpa, Stephan Jansen/Archiv

Eine Studie zeigt, dass Kleinkinder im Süden Bayerns deutlich seltener geimpft werden als im Rest von Deutschland. Von einem Bundesland der Impfverweigerer könne man trotzdem nicht sprechen.


München (dpa/lby) – Im Süden von Bayern werden Kleinkinder seltener geimpft als im Rest von Deutschland. Das zeigt eine Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung. Für ihren Versorgungsatlas untersuchten die Wissenschaftler, wie viele Kleinkinder im Alter von bis zu zwei Jahren in Deutschland gegen Masern und Meningokokken C geimpft sind.

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Die Regionen mit den niedrigsten Impfquoten liegen demnach größtenteils in Oberbayern und Schwaben. In 27 bayerischen Landkreisen oder Stadtregionen ist die Impfquote deutlich niedriger als im bundesweiten Durchschnitt. Die Wissenschaftler stellten fest, dass es sich dabei vor allem um Regionen mit hohem Haushaltseinkommen, geringer Arbeitslosenquote und geringer gesundheitlicher Belastung handelt.

Am seltensten werden Kleinkinder demnach in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und in der Stadt Rosenheim geimpft. Die laut der Ständigen Impfkommission notwendige zweifache Impfung gegen Masern erhalten dort nur zwischen 36 und 47 Prozent (deutschlandweit: 63,1) der Kinder im Alter von bis zu zwei Jahren.

Auch die Zahl von Kleinkindern, die gegen Meningokokken C geimpft sind, liegt in vielen Regionen im Süden Bayerns mit 32 bis 70 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt (80,18 Prozent).

Deutschlandweit sind die Impfquoten nur in zwei Landkreisen in Baden-Württemberg ähnlich niedrig. Hohe Impfraten gibt es der Studie nach im Norden und der Mitte Deutschlands.

"Auch Impfgegner sollten bedenken, dass es beim Impfen nicht nur um den eigenen Schutz geht, sondern auch um das Allgemeinwohl", kommentierte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) die Studie. "Man kann aber in diesem Zusammenhang nicht von Impfverweigerern sprechen", sagte sie. "Die Daten der Schuleingangsuntersuchungen zeigen, dass viele Kinder noch bis zum Zeitpunkt der Einschulung nachgeimpft werden."

Auch Max Kaplan, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, wies darauf hin, dass die Impfraten bei älteren Kindern höher liegen. "In Bayern ist es gelungen, die Zahl der zweimal gegen Masern geimpften Kinder zwischen 2003 und 2014 auf über 91 Prozent zu steigern", sagte er.