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Kindesmissbrauch in Thailand: 13 Jahre Haft für Münchener

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Der Angeklagte (l.) und sein Verteidiger stehen im Gericht
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Der Angeklagte (l.) und sein Verteidiger stehen im Gericht. Foto: Sven Hoppe/Archivbild Foto: dpa

Zwei Buben aus Thailand freuen sich auf eine schöne Zeit an Stränden - ein Münchner missbraucht sie aber mehrfach sexuell, über Jahre hinweg. Dafür muss der Mann lange hinter Gitter. Die Fälle sind für das Gericht aber »lediglich die Spitze des Eisbergs«.


München (dpa/lby) - Horror im asiatischen Urlaubsparadies: Ein Münchner fliegt mehr als 30 Jahre lang nach Thailand und missbraucht dort Kinder sexuell, die meisten von ihnen Jungs. Der heute 67-Jährige vergeht sich an ihnen unter anderem in idyllisch gelegenen Ferienhotels an der Küste des Landes. Wegen 80 Fällen des schweren sexuellen Missbrauchs an zwei Jungen hat das Landgericht München I den Mann am Freitag zu einer langen Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Er muss 13 Jahre und 6 Monate ins Gefängnis. Seine Verteidiger wollen prüfen, ob sie dagegen vorgehen.

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Die jüngsten Opfer waren gerade einmal acht Jahre alt. Die Taten soll er in vielen Fällen gefilmt und fotografiert haben. Das Gericht verurteilte den Mann aber nur für die Fälle, von denen Aufnahmen mit Erstellungsdatum existieren und die noch nicht verjährt sind. Die Vorsitzende Richterin erklärte, das sei »lediglich die Spitze des Eisbergs«.« Nicht alle Missbrauchsfälle habe die Staatsanwaltschaft in ihre Anklage aufgenommen. Für einige Taten hatte der Mann die Kinder aus Thailand einfliegen lassen und verging sich an ihnen in München.

Die Stieftochter des Angeklagten, dessen thailändische Ehefrau nach Gerichtsangaben noch immer zu ihm steht, hatte alles ins Rollen gebracht. Sie hatte auf die Wohnung des Ehepaars aufgepasst und fand dort zufällig eine Videoaufnahme, auf denen eine Tat zu sehen ist. Die Frau, die als Nebenklägerin in dem Verfahren auftrat, war selbst Opfer der Übergriffe geworden. Wöchentlich sei sie von ihrem Stiefvater missbraucht worden, erklärte das Gericht. Für das Urteil spielte das aber keine Rolle.

Ihrem Bruder sei es genauso gegangen, so das Gericht - davon gebe es Videos. Diese Taten spielten eine Rolle. Das Opfer war für eine Aussage extra aus dem südostasiatischen Königreich nach München geflogen. Der Großteil des Prozesses verlief unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Die Erklärungen des Angeklagten, die Beweisaufnahme mit den zahlreichen Videos und die Plädoyers.

Die Staatsanwaltschaft forderte einer Sprecherin zufolge mehr als 14 Jahre Haft. Die Forderung der Verteidiger sei unter sieben Jahren gewesen, sagte einer der Anwälte nach dem Urteil. Die Richterin erklärte, die Beweislast sei »erdrückend«. Der Angeklagte habe die Taten eingeräumt. Der 67-Jährige ist nach Ansicht des Landgerichts ein »Hangtäter«, von ihm gehe eine Gefahr aus.

Sogenannter Sextourismus und Kindesmissbrauch sind in Thailand nach wie vor ein großes Problem. Vor allem über Landesgrenzen hinweg gestaltet sich eine Strafverfolgung nach Angaben des Kinderhilfswerkes Unicef schwierig. Nur selten werden die Täter ermittelt oder gar verurteilt.

Unicef Thailand über Kindesmissbrauch

Unicef-Studie über die sexuelle Ausbeutung von Kindern in Thailand