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Kinderpornografie: Immer mehr Ermittlungen gegen Jugendliche

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Ein Mann bedient einen Laptop. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild Foto: dpa

München (dpa/lby) - Immer mehr Kinder und Jugendliche geraten wegen der Verbreitung von Kinderpornografie ins Visier der Ermittler. Nach Angaben des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) gab es in Bayern im vergangenen Jahr 1197 Tatverdächtige unter 21 Jahren. Das bedeutet eine Steigerung von rund 125 Prozent. 2018 waren es noch 532. »Das wird von Jahr zu Jahr mehr. Bei den Zehnjährigen beginnt es bereits«, sagte Johannes Luff, Sachgebietsleiter der Kriminologischen Forschungsgruppe des LKA, der Deutschen Presse-Agentur in München.


Er führt den Anstieg vor allem darauf zurück, dass Smartphones bei Kindern und Jugendlichen immer weiter verbreitet seien. Oft bekämen Schüler solche Bilder in Whatsapp-Chats, manchmal seien es Fotos des gleichaltrigen Freundes oder der Freundin - oder Selfies wie das »Dick-Pic« genannte Penisfoto.

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Die Polizeistatistik weist diese Fälle zwar nicht vereinzelt aus, aber Luff geht davon aus, dass sie den überwiegenden Teil ausmachen. »Ich will nicht sagen, dass die unschuldig sind. Aber die kriegen es halt geschickt und gucken es an.« Der Großteil der Täter sei männlich und - anders als beispielsweise bei Gewaltdelikten, wo ausländische Täter überrepräsentiert seien - deutsch.

Die bayerischen Zahlen liegen nach LKA-Angaben im Bundestrend. »Im Bund haben wir die exakt gleiche prozentuale Steigerung«, sagte Luff. Die Zahl der Tatverdächtigen stieg von 2018 auf 2019 von 3316 auf 7584. »Im letzten Jahr ging das durch die Decke.«

Luff appellierte an Eltern, sich gemeinsam mit ihren Kindern mit der Thematik auseinanderzusetzen und auf die Gefahren von Nacktfotos und »Dick-Pics« hinzuweisen. »Datenschutz ist auch und vor allem Dateienschutz. Was irgendwo gespeichert ist, ist nicht mehr rauszukriegen aus dem Internet.«

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