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Israelitische Kultusgemeinde erinnert an Novemberpogrome

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Kerzen, Rosen und Kieselsteine auf Gedenkstein
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Kerzen, Rosen und Kieselsteine an der Stelle der ehemaligen Hauptsynagoge in München. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild Foto: dpa

München (dpa) - Führende Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde haben der Menschen gedacht, die bei den Pogromen der Nationalsozialisten im Jahr 1938 in München ums Leben kamen. Am 81. Jahrestag der Pogromnacht beklagte die Präsidentin der Münchner Gemeinde, Charlotte Knobloch, die Rückkehr antisemitischer Tendenzen in Deutschland. »Der Judenhass, den wir erleben, ist eine wachsende Gefahr - für die ganze Gesellschaft«, sagte Knobloch laut einer vorab verbreiteten Pressemitteilung.


Schon 1938 sei es der Mangel an Gegenwehr aus der breiten Gesellschaft gewesen, der das NS-Regime ermutigt habe, Juden zu verfolgen und sie später systematisch zu ermorden. »An diesem Tag erkannten die Nationalsozialisten, dass sich ihnen selbst bei brutalster Gewalt gegen die jüdische Gemeinschaft niemand in den Weg stellen würde«, sagte Knobloch der Mitteilung zufolge. Die Gefahren seien von den Demokraten im damaligen Deutschland unterschätzt und kleingeredet worden.

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Diese Gefahr sehe sie in der Bundesrepublik heute nicht, betonte Knobloch. »Anders als zu Weimarer Zeiten konnte sich nach 1949 erfolgreich eine demokratische Tradition etablieren, die auf der Menschenwürde als zentraler politisch-moralischer Idee basiert«, sagte die frühere Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland. Dieses Prinzip sei bis heute »der Dreh- und Angelpunkt unserer Demokratie und Gesetz gewordenes 'Nie wieder'.«