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Intendant Stückl dringt auf Lösung für Theater

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Christian Stückl spricht bei einer Pressekonferenz
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Christian Stückl spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Angelika Warmuth/dpa/Archivbild Foto: dpa

Hotels, Restaurants, Zoos, Museen, Bibliotheken - für viele Bereiche lockert Bayern schrittweise die Verbote und Beschränkungen. Bei den Theatern ist das weitere Vorgehen noch unklar.


München/Oberammergau (dpa/lby) - Der Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele und Intendant des Münchner Volkstheaters, Christian Stückl, dringt in der Corona-Krise auf Lösungen auch für die Theater. »Ich verstehe die Abstandsregelungen. Ich verstehe die Maßnahmen. Wir sind auch bereit, sie einzuhalten«, sagte Stückl der Deutschen Presse-Agentur. »Aber wenn die Restaurants wieder öffnen dürfen, wenn Gottesdienste wieder stattfinden und wenn Demonstrationen mit Einschränkungen wieder zugelassen sind, dann muss es auch für uns Möglichkeiten geben.« Denn: »Bei uns wächst natürlich im Augenblick der Unmut. Wir wollen alle wieder auf die Bühne.«

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Am Dienstag hatte die bayerische Staatsregierung schrittweise Lockerungen für viele Bereiche angekündigt. Ab kommenden Montag dürfen alle Geschäfte sowie Zoos, Museen und Bibliotheken öffnen, noch vor Pfingsten auch Gaststätten und Hotels. Im Bereich Theater gebe es aber noch Klärungsbedarf, hieß es.

Stückl stellte seine Pläne am Mittwoch vor. Er will die Theaterferien vorziehen und danach am 15. Juni mit den Proben starten. Bis dahin sollen Hygiene- und Schutzkonzepte ausgearbeitet werden. Zudem würden Regisseure »Inszenierungen für die sogenannte neue Normalität« entwickeln. Ende Juli soll dann der Sommerspielbetrieb losgehen, etwa im Innenhof oder im großen Saal unter Einhaltung der Abstandsregeln.

Man habe zudem gemessen und gerechnet, sagte der Intendant. »Wir würden im Volkstheater mit Abstandsregelungen 74 Leute in den Saal mit 620 Plätzen bringen. Das ist natürlich erst mal wenig. Trotzdem muss man überlegen, ob man besser vor 74 Leuten spielt als gar nicht.« Ein dünn besetzter Raum könne die Atmosphäre beeinträchtigen. »Vielleicht müssen wir dann auf jeden frei bleibenden Platz eine Topfpflanze setzen, damit etwas Leben dazu kommt.«

Er denke auch an die finanzielle Situation der Schauspieler. »Jeder, der bei der Künstlersozialkasse versichert ist, bekommt 1000 Euro im Monat. Aber wie lange lebt denn da jemand in München davon?« Auch Festangestellte hätten meist keine üppigen Gehälter. Niemand solle glauben, »dass ein Schauspieler oder Musiker Geld auf die Seite schaffen kann und ohne Schwierigkeiten durch die Krise geht«.

Im Freilufttheater von Oberammergau, wo Stückl sonst auch außerhalb der Passionsspielzeit Produktionen auf die Bühne bringt, werde es in diesem Sommer gar keine Vorstellungen geben. Dort gibt es 4500 Plätze - mit Abstand wären es aber viel weniger. »Wir bekommen keine 300 Leute in das Theater«, sagte Stückl. »Wir finanzieren Oberammergau aus unserer eigenen Tasche heraus, über die Eintrittsgelder. Wenn keine Eintrittsgelder kommen, weil wir keine Leute unterbringen, dann können wir auch nichts machen. Das ist ja auch nicht ganz billig.«

Passionsspiele Oberammergau 2020

Mitteilung zu Verschiebung der Passion


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