»Historisch«: Grüne holen in München erstes Direktmandat

Claudia Roth
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Die bayerische Spitzenkandidatin Claudia Roth spricht. Foto: Angelika Warmuth/dpa/Archivbild Foto: dpa

Die CSU hat bei diesen Wahlen kräftig Federn gelassen. Das Ergebnis eines Münchner Wahlkreises dürfte sie besonders schmerzen: Zum ersten Mal seit zwölf Jahren stellt die CSU nicht mehr alle Direktmandate in Bayern. Eine junge Grüne brach die jahrelange Vorherrschaft.


München (dpa) - In der Landeshauptstadt haben die Grünen der CSU eine schmerzhafte Schlappe zugefügt: Zum ersten Mal seit dem Jahr 2009 gehen nicht mehr alle Direktmandate in Bayern an die Christsozialen. Der Coup gelang der stellvertretenden Bundesvorsitzenden Jamila Schäfer. Die 28-Jährige siegte im Wahlkreis München-Süd dem vorläufigen Ergebnis zufolge mit 27,5 Prozent vor dem CSU-Kandidaten Michael Kuffer mit 26,8 Prozent. »Das ist historisch!«, twitterten die bayerischen Grünen voller Überschwang. Zumal die Partei der CSU in München auch sonst kräftig zusetzte.

So musste Stephan Pilsinger lange zittern, bis zumindest nach den vorläufigen Zahlen feststand, dass er sein Mandat mit gerade einmal 0,1 Prozentpunkten Vorsprung gegen den grünen Wirtschaftsexperten Dieter Janecek verteidigen konnte. »Nach vorläufigem Endergebnis haben uns 146 (!) Stimmen gefehlt, um das Direktmandat in München-West/Mitte zu gewinnen. Klar sind wir und bin ich darüber enttäuscht, aber genauso sind wir stolz auf das beste Zweitstimmenergebnis in ganz Bayern«, twitterte Janecek.

Bei den vergangenen drei Bundestagswahlen hatte die CSU in Bayern stets sämtliche Direktmandate im Freistaat für sich entschieden - die Kandidaten hatten ihr Ticket nach Berlin also bislang quasi sicher. Auch jenseits der heiß umkämpften Direktmandate hat die CSU in der Landeshauptstadt spürbar Federn gelassen. Die Grünen holten dem vorläufigen Ergebnis zufolge mit 26,1 Prozent mehr Zweitstimmen als die CSU mit 23,8 Prozent und die SPD mit 19,0 Prozent.

Bei den Erststimmen ging es in München für die CSU um 6,0 Prozentpunkte, bei den Zweitstimmen um 6,2 Punkte nach unten. Bei den Grünen hingegen stand ein Plus von 10,4 Punkten bei den Erst- und 8,8 Punkten bei den Zweitstimmen zu Buche. Die SPD verlor bei den Erststimmen zwar 3,2 Punkte, legte bei den Zweitstimmen aber um 2,8 Punkte zu.

© dpa-infocom, dpa:210926-99-370318/3

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