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Grünenvorsitz: Landtagsabgeordnete gilt als Favoritin

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Eva Lettenbauer (Grüne)
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Eva Lettenbauer, Landtagsabgeordnete in Bayern und Kandidatin für den Vorsitz der bayerischen Grünen. . Foto: Sina Schuldt/dpa Foto: dpa

Bei der Wahl der neuen Landesvorsitzenden kommt es bei den bayerischen Grünen heuer zu einem Zweikampf. Landtagsabgeordnete Eva Lettenbauer und Kommunalpolitikerin Judith Bogner treten gegeneinander an. Ihre Schwerpunkte gehen weit auseinander.


Lindau (dpa/lby) - Vor dem Parteitag der bayerischen Grünen in Lindau ringen die Landtagsabgeordnete Eva Lettenbauer und die Kommunalpolitikerin Judith Bogner um die Parteispitze. Beide wollen am 20. Oktober die Nachfolge von Sigi Hagl als Landesvorsitzende antreten. Hagl ist seit sechs Jahren im Vorsitz, macht ihren Platz aber frei, weil sie bei den Kommunalwahlen im kommenden Jahr als Kandidatin für den Oberbürgermeisterposten von Landshut ins Rennen geht.

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Die bayerischen Grünen haben eine Doppelspitze aus Vorsitzender und Vorsitzendem. Beide haben ihr Amt für zwei Jahre inne, werden aber immer abwechselnd jährlich neu gewählt. Landesvorsitzender ist schon seit 2014 Eike Halitzky. Lettenbauer gilt als Favoritin für die Wahl zur Co-Chefin. Weil sie schon drei Jahre lang Vorsitzende der Grünen Jugend war, ist sie in der Partei gut vernetzt.

Im Landtagswahlkampf profilierte sich die 26-Jährige als Mittlerin zwischen der Jugendorganisation und der Partei. Sie betont ihr »Gespür für die vielen Ebenen der Partei« und nennt es als ihre Mission, eine »verbindende Landesvorsitzende für alle« zu sein.

Bogner wird ihr kommunalpolitisches Engagement hoch angerechnet. Die 50-Jährige ist in ihrer Heimat im Landkreis Mühldorf sehr aktiv. Schon bei der letzten Vorsitzwahl 2017 war sie gegen die nun scheidende Vorsitzende Hagl angetreten und hatte knapp ein Fünftel der Stimmen erhalten.

Beide Kandidatinnen wollen die Grünen breiter aufstellen. Bogner, die einen Hintergrund im Finanz- und Wirtschaftsbereich hat, möchte eben diesen Sektor für die Partei erschließen. »Ich will noch mehr Wähler mobilisieren, die außerhalb unserer Zielgruppen liegen. Ich denke an das Handwerk, Versicherungen, Start-ups, Investoren.« Denn die Zeit habe sich gewendet und in der Wirtschaft habe man erkannt, dass die Kernthemen der Grünen vorangestellt werden müssten.

Lettenbauer spricht sich hingegen für mehr Sozialpolitik aus. Die Partei müsse vor Ort präsenter sein und sich zudem inhaltlich neue Felder erschließen, fordert die Landtagsabgeordnete. »Unsere Kernkompetenz ist und bleibt der Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, es gibt aber viele weitere Baustellen, wo wir mehr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und einen soziale Sicherheit der Menschen tun können.« Sie wolle, dass die Ideen der Grünen in diesem Bereich »hörbar« würden.

Beide Kandidatinnen eint, dass sie auf eine eher kurze Vergangenheit in der Partei zurückblicken. Bogner ist vor drei Jahren zu den Grünen gestoßen, Lettenbauer 2011.

Auch wenn es keine Bewerbungsfrist gibt und Kandidaturen bis zur Wahl selbst möglich sind, rechnet man in der Partei nicht mit weiteren ernsthaften Bewerbungen für den Vorsitz.

Bewerbung Bogner

Bewerbung Lettenbauer

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