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Grüne: Geschlossene Grenzen schädigen Holzindustrie

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Borkenkäfer
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Sogenannte «Buchdrucker», eine Käferart aus der Familie der Fichtenborkenkäfer. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild Foto: dpa

München (dpa/lby) - Die wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Grenzen nach Österreich schädigen nach Ansicht von Experten die Holzindustrie und fördern die Verbreitung von Borkenkäfern. In einem offenen Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Forstministerin Michaela Kaniber (alle CSU) fordern die Grünen im bayerischen Landtag daher, den regulären Grenzverkehr zumindest für Wirtschaftsunternehmen und den Warenverkehr wieder einzuführen.


Derzeit bleibe viel Holz einfach im Wald liegen und sei der perfekte Nährboden für eine massive Ausbreitung des Borkenkäfers, betonte der forstpolitische Sprecher der Grünen, Hans Urban. Aktuell gelten die Grenzkontrollen noch bis zum 15. Mai - ob sie dann wieder verlängert werden, ist noch offen.

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»Die Holzbranche leidet wie kaum eine andere unter der Klimakrise, die durch eine über Jahrzehnte verfehlte Klimapolitik hervorgerufen worden ist. Sie nun entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse zusätzlich durch die Maßnahme der Grenzschließungen zu schwächen ist nicht länger tragbar«, schreibt Urban. Er bezieht sich dabei auf Aussagen von Forschern, wonach Grenzschließungen nur wenig nutzen hätten, um eine Ausbreitung von Infektionen zu verhindern.

»Aufgrund geschlossener Grenzübergänge müssen die Holzfrächter bereits seit rund sieben Wochen Umwege in Kauf nehmen«, heißt es im Brief. An den Grenzübergängen stünden die Holztransporter wegen der Kontrollen regelmäßig im Stau. »Die Kosten für das Holz steigen durch den höheren zeitlichen Aufwand, die Nachfrage österreichischer Sägewerke bricht ein, die Abfuhr von Schadholz verzögert sich, das Befallsrisiko durch den Borkenkäfer in den Ursprungsregionen steigt.«


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