Gericht spricht angeklagten Vater vom Mordvorwurf frei

Eine modellhafte Nachbildung der Justitia
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Eine modellhafte Nachbildung der Justitia. Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild Foto: dpa

Aschaffenburg (dpa) - Das Landgericht Aschaffenburg hat einen wegen Mordes an seiner Tochter angeklagten Mann freigesprochen. Das sagte der Vorsitzende Richter Sebastian Geis am Donnerstag.


Die Kammer sei nicht überzeugt, dass der 46-Jährige im Mai 2017 die 19-Jährige tötete und sie in einem Betonschacht im Wald bei Aschaffenburg ablegte. Die Leiche war erst im Dezember 2018 zufällig gefunden worden. Die Todesursache konnte nicht geklärt werden.

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Auch Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten im Zuge des Prozesses keine handfesten Beweise für die Täterschaft des Syrers gesehen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (Az.: 104 Js 5331/17).

Das Alter des Opfers war von den Ermittlern zunächst mit 16 angegeben worden. Ein Altersbestimmungsgutachten kam später zu dem Schluss, dass die junge Frau wahrscheinlich 19 Jahre alt war.

Der 46-Jährige war auch wegen Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Er soll wenige Wochen nach dem Verschwinden der Frau im Juni 2017 deren angeblich unliebsamen Freund mit einem Messer attackiert haben. Das Schwurgericht verurteilte den Angeklagten in diesem Fall zu einer Haftstrafe von acht Jahren und neun Monaten. Zudem müsse er an das Opfer 6000 Euro Schmerzensgeld plus Zinsen zahlen.

Die Staatsanwaltschaft hatte in diesem Anklagepunkt auf elf Jahre Haft plädiert, die Verteidigung auf Freispruch mangels Beweisen.

© dpa-infocom, dpa:210421-99-297549/5


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