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Für ICE-Strecke Augsburg-Ulm werden vier Trassen geprüft

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ICE-Strecke Augsburg-Ulm
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Ein ICE fährt auf der Bahnstrecke Augsburg-Ulm. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild Foto: dpa

Wer zwischen den Millionenstädten Köln und München mit der Bahn fährt, wird auf einem Teilstück in Schwaben ausgebremst. Das soll sich nun ändern. Für den Ausbau der Strecke Ulm-Augsburg gibt es jetzt erste Ergebnisse.


Augsburg (dpa) - Die Deutsche Bahn (DB) hat nach knapp zweijähriger Planung mehrere Alternativen für den Ausbau der bislang 85 Kilometer langen ICE-Strecke zwischen Augsburg und Ulm vorgelegt. Nach dem am Freitag in Augsburg vorgestellten Zwischenergebnis kommt die Modernisierung auf insgesamt vier verschiedenen Streckenführungen infrage.

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Die nun ermittelten groben Trassen würden im nächsten Schritt auf 20 Meter breite Linien konkretisiert, erklärte der bayerische DB-Konzernbevollmächtigte Klaus-Dieter Josel. Etliche Schutzgebiete würden den Platz für die neue Strecke einschränken. »Vermutlich werden wir in vielen Fällen auch Tunnelabschnitte zu untersuchen haben«, betonte er.

Anfang 2019 hatte die Bahn die Planung für das voraussichtlich etwa zwei Milliarden Euro teure Schienenprojekt begonnen. Es handelt sich um eine der meistbefahrenen Eisenbahnstrecken in Süddeutschland. Der Ausbau steht als »vordringlicher Bedarf« im Bundesverkehrswegeplan 2030.

Insbesondere die Streckenführung zwischen den beiden benachbarten Großstädten ist heftig umstritten. Etliche Kommunalpolitiker aus Schwaben befürchten, dass durch den Ausbau der Hochgeschwindigkeitsstrecke der Regionalverkehr abgehängt werden könnte. Sie verlangen daher einen überwiegenden Ausbau der bestehenden, bereits mehr als 160 Jahren alten Strecke. Andere befürworten den Bau einer weitgehend neuen Trasse, teils parallel zur Autobahn 8 (München-Stuttgart), um die gewünschte höhere ICE-Geschwindigkeit zu erreichen.

Bislang müssen sich die Regionalbahnen zwischen Ulm, Augsburg und München zwei Gleise auf der Strecke mit den ICE-Zügen teilen. Dies führt dazu, dass die sehr stark genutzten Regionalzüge dann häufig in den Bahnhöfen warten müssen, um einen verspäteten ICE vorbeizulassen. Viele Kommunen verlangen deswegen, dass ein drittes Gleis für die regionalen Bahnen bis nach Gessertshausen im Landkreis Augsburg gebaut wird.

Die vier Varianten haben nun unterschiedlich starke Anteile von einem Ausbau der Bestandsstrecke und einem Neubau. Zwei Varianten setzen fast vollständig auf eine neue Trasse, die beiden anderen würden zumindest teilweise die bestehende Streckenführung nutzen.

Die Bahn hat angekündigt, dass der Ausbau im Dialog mit der Bevölkerung erfolgen soll. Ferner soll auch Günzburg ICE-Halt bleiben, wenngleich die Stadt an keiner der vier Trassen liegt. Einige Fernzüge würden dann auch künftig die alte Strecke nutzen, um in Günzburg halten zu können, erklärte ein DB-Sprecher.

Im innerdeutschen Fernverkehr ist die modernisierte Strecke insbesondere für die Verbindung zwischen Köln und München über Stuttgart und Augsburg wichtig. Auf dieser Route will die DB eventuell das Zugangebot noch ausbauen.

Die Strecke Ulm-Augsburg ist Teil der europäischen Bahnmagistrale zwischen Paris und Budapest. Durch den Ausbau soll die Fahrtdauer zwischen Ulm und Augsburg auf 26 Minuten gedrückt werden. Damit wären die Züge mit bis zu 300 Stundenkilometern unterwegs und rund eine Viertelstunde schneller als bisher. In etwa zwei Jahren soll die Streckenführung feststehen, denn dann soll das Raumordnungsverfahren beginnen.

Bahnprojekt Augsburg-Ulm


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