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Forscherin kritisiert Chats zu Regierungspressekonferenzen

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Markus Söder (CSU, M) nimmt an einer Pressekonferenz teil
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Markus Söder (CSU, M) nimmt nach einer Kabinettssitzung an einer Pressekonferenz teil. Foto: Sven Hoppe/dpa Foto: dpa

München (dpa/lby) - Politikwissenschaftlerin Ursula Münch hält wenig von den Kommentarfunktionen zu den im Internet übertragenen Pressekonferenzen der bayerischen Staatsregierung. »Man kann meines Erachtens nur hoffen, dass dies nicht die neue Form der Bürger-Politiker-Kommunikation und schon gar nicht eine neue Form der Demokratie werden wird«, erläuterte die Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing der Deutschen Presse-Agentur. Der Chatverlauf etwa auf der Videoplattform Youtube vermittele den Eindruck, dass sich hier einige wenige zu Wort meldeten und sich des Chats geradezu bemächtigten - »und zwar überwiegend versteckt hinter Pseudonymen und fast durch die Bank völlig unsachlich und polemisch«.


Seit Beginn der Corona-Krise überträgt die Staatsregierung unter anderem die Pressekonferenzen nach den Kabinettssitzungen auf mehreren Wegen im Internet. Bei Youtube oder Facebook können Nutzer diese live kommentieren. Hier findet man viel Kritik und auch Beleidigungen.

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»Die Wortwahl der Kommentare schreckt jeden ab, der seriöse Anmerkungen hat«, so Münch. Die Chats vermittelten ein völlig verzerrtes Bild von der Stimmung in der Bevölkerung. »Hier wird kein seriöses Beteiligungsformat angeboten, sondern lediglich eine weitere Plattform für Hetzer. Davon gibt es aber schon genügend.«

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