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Forschen in allen Bezirken: 50 neue KI-Professuren

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Florian Herrmann und Bernd Sibler (r., beide CSU) im Gespräch
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Florian Herrmann und Bernd Sibler (r., beide CSU) im Gespräch. Foto: Peter Kneffel/dpa Foto: dpa

Mit 600 Millionen Euro will Bayern in den kommenden drei Jahren landesweit Professuren für Künstliche Intelligenz einrichten. Dies soll auch der Wirtschaft nach der Corona-Krise helfen.


München (dpa/lby) - Von Rosenheim bis Hof, von Aschaffenburg bis Kempten und von Deggendorf bis Bayreuth: Bis 2023 werden in allen sieben Regierungsbezirken des Freistaats 50 neue Professuren für Künstliche Intelligenz eingerichtet. »Die Kommission hat sich die Auswahl nicht einfach gemacht«, sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Freitag in München zu den Ergebnissen des landesweiten Wettbewerbs der Hochschulen um die Forschungsstühle. »Die ersten 20 sollen bereits im Herbst dieses Jahres besetzt werden, die weiteren 30 folgen sukzessive bis 2023.«

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»Im Ergebnis erhalten alle bayerischen Universitäten jeweils mindestens zwei neue KI-Professuren«, sagte Sibler. Besonders erfolgreich sei die Universität Bamberg mit sieben Professuren gewesen. Unter den Hochschulen für angewandte Wissenschaften waren die TH Deggendorf, die OTH Regensburg und die HAW Coburg mit jeweils mindestens zwei Professuren besonders erfolgreich. Darüber hinaus konnten sich zwei Kunsthochschulen, nämlich die HFF München und die Hochschule für Musik Nürnberg, durchsetzen.

In dem Wettbewerb hatten Bayerns Hochschulen 175 Bewerbungen eingereicht, diese wurden dann über Wochen von einer 18-köpfigen Expertenkommission ausgewertet. Sibler betonte, dass die 125 jetzt nicht erfolgreichen Bewerbungen keine Verlierer seien. Die »großartige Expertise«, die nun vorliege, gehe nicht verloren, sondern werde im Ministerium weiter verfolgt. Wesentliche Kriterien bei der Auswahl der Bewerbungen seien die Qualität, die Schlüssigkeit und die Passgenauigkeit der Konzepte in das regionale Umfeld gewesen.

Die 50 Stellen komplettieren das von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der Hightech-Agenda angekündigte Forschungsnetzwerk zur Künstlichen Intelligenz in Bayern. Dazu wurden bereits 50 weitere Lehrstühle mit festen Standorten übers Land verteilt. Das KI-Zentrum ist in München, dort alleine mit 22 Lehrstühlen. Ein neues »KI Mission Institute« soll die gesamten KI-Aktivitäten in Bayern verzahnen. In Würzburg sind zehn, in Ingolstadt ebenfalls zehn und in Erlangen acht neue Lehrstühle geplant.

Sibler lobte, dass die ausgewählten Konzepte im Netz nun alle vier fachlich-thematischen Schwerpunktbereiche des bayerischen KI-Netzwerks abbilden würden: Intelligente Robotik, Mobilität, Gesundheit und Data Science. Für den Aufbau der Professuren stehen 600 Millionen Euro zur Verfügung.

»Mit insgesamt 100 neuen Professuren auf diesem Zukunftsgebiet legen wir die Grundlage dafür, dass Bayern als Wissenschaftsstandort seine Sichtbarkeit und Wettbewerbsposition auf diesem begehrten Markt entscheidend verbessern kann«, betonte Sibler. Das sei auch mit Blick auf die Belebung der Wirtschaft und von Wertschöpfungsketten nach der Corona-Pandemie wertvoll.

Künstliche Intelligenz ist ein Teilgebiet der Informatik, das sich mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens und dem maschinellen Lernen befasst. Dabei soll die menschliche Intelligenz mit Maschinen simuliert werden, insbesondere mit Computersystemen.

Liste der erfolgreichen Bewerbungen

Weitere Informationen zu den Forschungsstellen und dem KI-Netzwerk


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