Feiern trotz Corona und teurer Gang zum Zigarettenautomaten

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeifahrzeugs
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Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeifahrzeugs. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild Foto: dpa

Grillkohle raus, Bier kaltstellen und feiern - das ist im Frühling eigentlich ganz normal. Doch dieses Jahr ist alles anders. Wegen der Coronapandemie sind Feiern leider fast überall nicht erlaubt.


München (dpa/lby) - Das Wetter war schön - und viele Menschen trotz des Corona-Lockdowns in Feierlaune. In ganz Bayern musste die Polizei deshalb am Wochenende vor allem abends und nachts Partys, Geburtstagsfeiern und sogar eine Hochzeitsfeier auflösen, weil die Teilnehmer gegen die Corona-Regeln verstießen. Gefeiert wurde in Gärten und auf Terrassen, in Parks, am Flussufer, am Badeweiher oder in Garagen. Dabei gilt fast überall eine Ausgangssperre zwischen 22.00 und 5.00 Uhr, liegt doch nahezu ganz Bayern über dem Wert von 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche.

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In Penzberg (Landkreis Weilheim-Schongau) versammelten sich am Samstag über den Abend verteilt rund 150 Menschen auf dem Stadtplatz, mit Alkohol und ohne Abstände. Im oberpfälzischen Regenstauf (Landkreis Regensburg) hatten es sich elf Jugendliche zwischen 17 und 21 Jahren auf dem Parkplatz eines Baumarktes gemütlich gemacht - mit Campingstühlen und Alkohol, wie die Polizei am Sonntag berichtete.

Einen Geburtstag feierten neun Menschen in Ursensollen (Landkreis Amberg-Sulzbach). Als die Polizei in der Nacht zum Samstag anrückte, flohen vier über den Gartenzaun. Ihre Identität habe man aber klären können. Sie erwartet eine Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz. »Es könnte eine teure Geburtstagsfeier werden«, kommentierte die Polizei am Sonntag den Vorfall.

In Wurmannsquick (Landkreis Rottal-Inn) beendete die Polizei eine Party von Jugendlichen zwischen 16 und 17 Jahren. Ein 17-Jähriger versuchte, mit der Polizei über den Vorfall zu reden. Dabei habe er die Beamten aber beleidigt und sei immer aggressiver geworden. Die Folge: mehrere Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren.

In Traunreut (Landkreis Traunstein) hatten sich acht Leute in einem Hotelzimmer getroffen und feierten, mit reichlich Alkohol, wie die Polizei meldete. Die Party sei umgehend beendet worden, man habe Platzverweise ausgesprochen und Anzeigen aufgenommen. Zum gemütlichen Feierabendbier hatten sich fünf Leute in einer beleuchteten Halle in Eußenhausen (Landkreis Rhön-Grabfeld) getroffen. Sie wurden angezeigt weil sie gegen die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung verstoßen haben.

In Mühldorf am Inn lief eine genehmigte Versammlung aus dem Ruder mit bis zu 300 Teilnehmern. Als die Polizei einen Mann aufforderte, eine Maske aufzusetzen, widersetzte er sich laut Mitteilung vehement. Rund 60 Menschen hätten sich mit dem 53-Jährigen solidarisiert und die Polizei bedrängt und wüst beschimpft und beleidigt. Nur mit Mühe habe man die Lage entschärft. Den Mann erwartet ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Ebenfalls in Mühldorf lösten die Beamten am Samstagnachmittag eine Hochzeitsfeier mit elf Gästen auf.

Seine Lust auf Tabak kommt einen 23-Jährigen teuer zu stehen. Der Mann habe sich am Samstag um 23.40 Uhr im niederbayerischen Eggenfelden (Landkreis Rottal-Inn) am Automaten Zigaretten holen wollen, teilte die Polizei mit. Als ihn die Beamten auf die ab 22 Uhr geltende Ausgangssperre hinwiesen, habe er sich uneinsichtig gezeigt und den Polizisten beleidigt. Neben einer Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz werde nun auch ein Strafverfahren wegen Beleidigung gegen ihn eingeleitet.

© dpa-infocom, dpa:210425-99-344052/3


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