weather-image

Exotische Gewächse für Frankens Obstbauern

0.0
0.0
Exotische Früchte
Bildtext einblenden
Alexander Zimmermann, Gartenbauingenieur, hält eine aufgeschnittene Feige in die Kamera. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild Foto: dpa

Feigen, Mandeln oder Kiwibeeren aus Bayern? Die Experten der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau forschen, ob exotisches Obst im Freistaat gedeihen kann. Vor allem bei einer Sorte sind sie optimistisch.


Thüngersheim (dpa/lby) - Versuche mit dem Anbau von Feigen sind in Unterfranken vielversprechend angelaufen. Seit 2017 teste man winterharte Varianten, die gelegentlichen Frost von bis zu minus zehn Grad aushielten, sagte Versuchsingenieur Alexander Zimmermann von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Thüngersheim (Landkreis Würzburg).

Anzeige

Sicherlich werde die Feige aus heimischem Anbau kein Massenprodukt - aber gerade in den fränkischen Weinbauregionen mit besonders mildem Klima könnte sie für den oder anderen Obstbauern interessant sein. Die Vermarktungsmöglichkeiten seien vorhanden: »Man kann mit Frische punkten, das Produkt wird hier geerntet.«

Die in den Läden angebotenen Feigen kommen bislang in den Sommermonaten vor allem aus dem Mittelmeerraum, in der kühleren Jahreshälfte aus Übersee.

Versuche mit Mandelsorten hingegen stünden »noch ganz am Anfang«. Hier sei jedoch schon klar, dass man beim Preis nicht mit der kalifornischen Ernte mithalten könne, sagte Zimmermann.

Seit bereits 20 Jahren baut die Landesanstalt Kiwibeeren, also Minikiwis, und Indianerbananen an. Letztere seien aber eher für den Hausgarten interessant, nicht für den gewerblichen Anbau, da die Frucht nicht haltbar sei, sagte Zimmermann. Die grünen Früchte lassen sich aufschneiden, um das gelb-cremige Fruchtfleisch dann zu löffeln.

Die Aroniabeere ist dagegen schon längst auf den Flächen einiger Obstbauern angekommen. Nach Zahlen des Landesamtes für Statistik wurde sie 2019 auf gut 164 Hektar im Freistaat angebaut. Damit hat sich die Anbaufläche im Vergleich zum Jahr 2015 fast verdoppelt. Geerntet wurden 2019 287 Tonnen der vitaminreichen Beeren.

Die Pflanze sei vergleichsweise anspruchslos, der Anbau simpel, sagte Zimmermann. Deshalb seien viele eingestiegen, und die Preise gesunken. Es sei hier wichtig, gute Ideen zur Vermarktung zu haben.

Bei den fränkischen Obstbauern sei die Aroniaernte in diesem Jahr unterschiedlich ausgefallen, erläuterte Thomas Riehl, Geschäftsführer des Vereins Fränkische Obstbauern. Es habe sogar Frostschäden gegeben, was sehr ungewöhnlich für die an sich unempfindliche Arioniabeere sei. Andere Betriebe seien dagegen zufrieden gewesen mit ihrer Ernte. Genaue Angaben zur Erntemenge in diesem Jahr konnte er nicht machen.

Die aus Nordamerika stammende Aronia gilt als Superfrucht, weil sie viele gesunde Stoffe wie Vitamin C enthält. Weil sie besonders resistent gegen Schädlinge und Krankheiten ist, kann sie nach Angaben der Landesanstalt eine gute Einnahmemöglichkeit für Obstbauern sein. Die dunkelvioletten Beeren schmecken roh eher bitter. Sie werden meist zu Marmelade, Saft, Essig oder Likör verarbeitet.

Die Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) betreibt in Thüngersheim eine Versuchseinrichtung für den Obstanbau und prüft, ob neue Obstsorten oder auch fast vergessene Sorten wie etwa die Quitte für den heimischen Anbau geeignet sind. In Veitshöchheim forscht die LWG zum Weinbau, in Bamberg zum Gemüseanbau.

Infos zur Aroniabeere


Mehr aus Bayern und der Region