Erste Tarifrunde im Einzelhandel ohne Ergebnis

München (dpa/lby) - Die erste Runde der Tarifverhandlungen im bayerischen Einzelhandel ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Man habe sich für die nächste Runde auf den 8. Juni vertagt, erklärten die Tarifparteien. Verdi fordert ein Lohnplus von 4,5 Prozent plus 45 Euro auf 12 Monate und einen Mindeststundenlohn von 12,50 Euro. Die Arbeitgeberseite lehnt dies ab, ein eigenes Gegenangebot hat sie bisher nicht vorgelegt.


»Angesichts der dramatischen Auswirkungen der Pandemie gibt es für die meisten Geschäfte nichts zu verteilen«, sagte die Verhandlungsführerin der Arbeitgeberseite, Melanie Eykmann. »Eine Erhöhung der tariflichen Personalkosten würde die bedrohliche Schieflage der vom Lockdown betroffenen Betriebe nur noch weiter verschärfen.« Der Handel will daher insbesondere eine Differenzierung zwischen Gewinnern und Verlierern der Corona-Pandemie.

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Der Verhandlungsführer der Arbeitnehmerseite, Hubert Thiermeyer, sagte, solche Differenzierungen gebe es bereits - allerdings auf Unternehmensebene. Im Einzelhandel habe es schon immer Krisenbetriebe gegeben. Die Branche insgesamt habe aber vergangenes Jahr einen Umsatzrekord eingefahren. Dass sich die Konzerne jetzt »hinter den Verlierern der Krise verstecken« wollten, die überwiegend gar nicht tarifgebunden seien, »ist für uns ziemlich verstörend.«

© dpa-infocom, dpa:210503-99-448637/2


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