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Ermittler stellen 145 000 Euro Falschgeld sicher

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Gefälschte Euro-Banknoten
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Gefälschte Euro-Banknoten. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild Foto: dpa

Falsche Fünfziger und Filmgeld aus dem Internet beschäftigen die Ermittler des Landeskriminalamtes zunehmend. Jetzt haben sie wieder Falschgeld gefunden - im Wert von fast 150 000 Euro.


München/Freising (dpa/lby) - Das bayerische Landeskriminalamt (LKA) hat bei Durchsuchungen im Landkreis Freising 145 000 Euro Falschgeld beschlagnahmt. Außerdem fanden die Beamten Material, um noch mehr davon herzustellen, wie das LKA am Mittwoch in München mitteilte. Ein 24 Jahre alter Mann, an dessen beiden Wohnsitzen das Falschgeld gefunden wurde, sitzt wegen Geldfälscher-Verdachtes in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Landshut ermittelt weiter gegen mutmaßliche Abnehmer des Falschgeldes.

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Bei den gefälschten Geldscheinen handelt es sich nach LKA-Angaben um sogenannte »Prop-Copy-Banknoten«, die der Verdächtige im Internet erworben und deutschlandweit weiterverkauft haben soll. Die Scheine tragen einen »Copy«-Hinweis auf der Rückseite, der - bei genauem Hinschauen - darauf hinweist, dass es sich um eine Kopie handelt. Außerdem wurden Materialien zur Herstellung und Drucker gefunden.

Nach LKA-Angaben waren in Bayern in der Vergangenheit mehrere ähnliche Fälle bekannt geworden, in denen diese falschen Banknoten oder sogenanntes »Movie Money«, Filmgeld, sichergestellt wurden. Die Ermittler sprechen von einem »stetig ansteigenden europaweiten Phänomen«.

Dabei gilt laut LKA: Falschgeld ist Falschgeld. Strafrechtlich sei es völlig egal, ob »Kopie« auf einem Geldschein draufsteht oder nicht. »Das macht keinen Unterschied«, sagte ein Sprecher.

Einige Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit: Im Dezember stellte die Polizei im unterfränkischen Landkreis Kitzingen Hunderte falsche Banknoten sicher, in Amberg waren es im Februar »Pro-Copy-Banknoten« in sechsstelliger Höhe.

Im Landkreis Weilheim-Schongau wurde ein Schüler von seinen Lehrern dabei erwischt, wie er »Movie Money« aus großen Bündeln an seine Klassenkameraden verteilte.

Schon im Oktober 2019 berichtete das LKA über zwei Brüder aus Frankreich, die in einem Wiesn-Festzelt versucht hatten, mit Filmgeld zu bezahlen.

Dass es sich bei der Verbreitung dieses falschen Geldes nicht um ein Kavaliersdelikt handelt, zeigt das Urteil des Amtsgerichts München gegen einen 24-Jährigen: Er wurde zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, nachdem Falschgeldermittler rund 66 000 Euro Falschgeld bei ihm gefunden hatten. Auf die Schliche kamen sie ihm, nachdem er versucht hatte, mit einem falschen Fünfziger zu bezahlen - in einem Münchner Bordell.

LKA-Mitteilung


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