Enver-Şimşek-Platz soll an erstes NSU-Opfer erinnern

Nürnberg (dpa) - Nürnberg wird 21 Jahre nach dem Tod des ersten NSU-Opfers einen Platz nach Enver Şimşek benennen. Das hat der Stadtrat am Mittwoch beschlossen, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Damit will die Stadt an die Mordserie der rechtsextremistischen Terrorzelle »Nationalsozialistischer Untergrund« erinnern, der zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen zum Opfer fielen. Drei der Verbrechen geschahen in Nürnberg.


Der 38 Jahre alte Blumenhändler Enver Şimşek war am 9. September 2000 in der Liegnitzer Straße erschossen worden, als er in seinem Lieferwagen Blumen sortierte. Aus Anlass seines 21. Todestag soll der Platz am Tatort in Enver-Şimşek-Platz umbenannt werden. Die Enthüllung des Straßenschildes ist für den 13. September geplant. Jena, die einstige Heimat der NSU-Haupttäter, hatte Enver Şimşek bereits im vergangenen Jahr einen Platz gewidmet.

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2001 ermordete die Neonazi-Gruppe NSU in Nürnberg außerdem den 49 Jahre alten Änderungsschneider Abdurrahim Özüdoğru und 2005 den 50-jährigen Imbissbesitzer Ismail Yaşar. Ein Bündnis von Vereinen und Parteien fordert, auch nach ihnen Straßen oder Plätze an den Tatorten zu benennen.

Das ist nach Angaben des Nürnberger Menschenrechtsbüros aber nicht möglich, da die beiden Straßennamen bereits eine wichtige historische Bedeutungen haben. »Gleichwohl ist die Benennung von in Zukunft neu auszuweisenden Straßen nach Abdurrahim Özüdoǧru und Isamil Yaşar im Auge zu behalten«, hieß es in einem Bericht für den Stadtrat.

© dpa-infocom, dpa:210721-99-467267/3

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