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Ditib vermisst besseren Umgang mit Muslimen nach Anschlägen

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DITIB Zentralmoschee Köln
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Die Zentralmoschee der DITIB leuchtet im Abendlicht. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild Foto: dpa

Waldkraiburg/Köln (dpa/lby) - Nach den Anschlägen von Waldkraiburg und Hanau wartet der Ditib-Bundesverband weiter auf ein Umdenken in Politik und Gesellschaft. Oft würden Fälle bagatellisiert oder nicht ernst genommen, erklärte Generalsekretär Abdurrahman Atasoy am Mittwoch. »Das ist allzu oft auch Folge des fehlenden Bewusstseins für die Problematik in Politik und Gesellschaft allgemein.«


Nach dem Anschlag von Hanau vor drei Monaten, als ein 43-jähriger Deutscher neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschoss, habe die Politik Besserung gelobt. »Leider sind die nötigen Schritte bislang ausgeblieben«, so Atasoy. »Auch der Umgang mit Muslimen ist an dieser Stelle zu kritisieren, nicht nur die fehlende Solidarität.«

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In Waldkraiburg (Landkreis Mühldorf am Inn) soll ein 25-jähriger Deutscher, der sich als IS-Anhänger bezeichnet, Anschläge auf Läden türkischstämmiger Inhaber verübt haben. Zudem soll er laut Bundesanwaltschaft Bombenanschläge auf Moscheen geplant haben.

Der Ditib-Vorstand sei von den Behörden darüber in Kenntnis gesetzt worden, teilte Atasoy weiter mit. »Der Staatsschutz hat unseren Bundesverband über den Stand der Ermittlungen informiert.« Die Sicherheitsvorkehrungen seitens der Ditib seien seit längerem auf sehr hohem Niveau. »Die Bedrohungslage ist ja bedauerlicherweise keine neue.« Atasoy sprach von einer »Serie von rechtsextremen Bombendrohungen gegen unsere Moscheen bundesweit«. Auch Übergriffe häuften sich. Allein im Februar seien 17 Fälle gezählt worden.

»Bei den Schutzmaßnahmen durch die Behörden erleben wir sehr ambivalente Situationen«, erklärte er weiter. Während es in vielen Gemeinden eine sehr gute Zusammenarbeit mit Polizei und Behörden gebe, sehe es in anderen Regionen oder Gemeinden »sehr kritisch« aus.


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