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Dieselverbot in München "eine Katastrophe" für die Wirtschaft

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Diesel-Abgase
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Qualmender Auspuff eines Dieselfahrzeugs: Heute ist jeder zweite Neuwagen in Europa ein Diesel. Foto: Patrick Pleul Foto: dpa

München – Handwerk, Industrie und Handel in Bayern lehnen die Pläne für ein Diesel-Fahrverbot in München empört ab.


Waren könnten nicht mehr angeliefert werden, viele Pendler könnten ihren Arbeitsplatz nicht mehr erreichen, weil der öffentliche Nahverkehr überfordert sei, warnten die Wirtschaftsverbände am Mittwoch. Ein Drittel der oberbayerischen und die Hälfte der Münchner Handwerksbetriebe wären in ihrer Existenz bedroht, sagte der Sprecher der Handwerkskammer München und Oberbayern, Jens Christopher Ulrich. Das Dieselverbot wäre "eine Katastrophe".

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Noch in diesem Jahr: Verbot vieler Diesel-Fahrzeuge

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) will noch dieses Jahr Dieselfahrzeuge aus der Stadt verbannen. Ausnehmen will er die neusten Dieselautos mit Euro-6-Norm, Taxis und Busse.

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft warnte, ein solches Fahrverbot würde der bayerischen Wirtschaft massiv schaden. Alle Diesel-Fahrzeugen hätten beim Kauf den Gesetzen entsprochen. Die wenigsten Privatleute und Betriebe könnten sich auf die Schnelle neue Fahrzeuge leisten, sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die Stadt solle besser den öffentlichen Nahverkehr ausbauen.

80 Prozent der Handwerker sind auf Dieselfahrzeuge angewiesen

Die Handwerkskammer erklärte, 79 Prozent der Handwerker seien zwingend auf den Diesel angewiesen, weil sie Werkzeug und Lasten transportieren müssten. Die heutigen Elektrofahrzeuge schafften das nicht. "Man kann nicht einfach sagen: Wir schneiden den Wirtschaftsverkehr einfach ab und schauen, was dabei rauskommt", warnte Ulrich.

Kritik an der Kritik kommt von den Grünen

Für die bayerischen Grünen geht es bei der Einschränkung des Feinstaubs in unseren Innenstädten nicht nur darum, europarechtlich verbindliche Grenzwerte einzuhalten. Der Landesvorsitzende Eike Hallitzky erklärt: "Bei der Reduzierung von Feinstaub und Stickoxide geht es vor allem um die Gesundheit von hunderttausenden Bürgern in München." Die geradezu reflexartige Kritik durch den Verband bayerischer Wirtschaft sei daher völlig fehl am Platz, umso mehr, als es ja – wie auch im grün-regierten Stuttgart – Ausnahmen für Lieferverkehr und für Handwerker geben könne.

dpa/lby/Pressemeldung Bündnis 90 Die Grünen


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