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DGB zum 1. Mai: Reichtum weiter bei kleiner Minderheit

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1. Mai Kundgebung
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Ein Banner "1. Mai DGB-Jugend" ist bei einer Mai-Kundgebung zu sehen. Foto: Ina Fassbender/Archivbild Foto: dpa

München/Nürnberg (dpa/lby) - Die bayerischen Gewerkschaften haben zum Tag der Arbeit am 1. Mai vor mehreren Tausend Zuhörern die wachsende Ungleichheit kritisiert und die Herausforderungen des digitalen Wandels angemahnt. »Ein Großteil des Reichtums liegt immer noch in den Händen einer kleinen Minderheit«, sagte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds Bayern, Matthias Jena, am Mittwoch in München. »Und die Schere geht immer weiter auf.« Diese »kleine, radikale Minderheit« von einem Prozent besitze hierzulande genauso viel Vermögen wie 88 Prozent der Bevölkerung.


Jena forderte »die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, eine wirkungsvolle Erbschaftssteuer sowie eine gerechte Einkommensteuer.«

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In Nürnberg trafen sich am Mittwoch die Mitglieder der IG Metall, um dem bayerischen Bezirksleiter Johann Horn zuzuhören. »Unsere Arbeitswelt verändert sich«, sagte dieser an die Arbeiter gerichtet. »Heute tickt die Uhr dabei immer schneller und lauter: Assistenzsysteme hier, agiles Arbeiten dort (...), Digitalisierung und Vernetzung überall.«

Bei diesen tiefgreifenden Veränderungsprozessen der neuen digitalen Arbeitswelt gehe es mehr denn je darum, dass der Mensch im Mittelpunkt stehe. »Die Technik muss dem Menschen dienen, nicht umgekehrt.«

Der Demo-Zug des DGB in Nürnberg startete am Mittwoch nach ersten Polizeiangaben mit rund 1500 Teilnehmern. An der Abschlusskundgebung auf dem Kornmarkt mit anschließendem Maifest nahmen demnach rund 4500 Menschen teil. Die Münchner Polizei zählte 3800 Besucher bei der Kundgebung des DGB in der Innenstadt. Der DGB gab die Teilnehmerzahl mit 5500 an. In beiden Städten sei es überwiegend friedlich geblieben, hieß es von den Beamten. Vereinzelt sei in Nürnberg Pyrotechnik gezündet worden, sagte eine Sprecherin.